Vereinbarungen für Berlin sollen bestehen bleiben – Vonovia kündigt deutliche Mieterhöhungen an
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Audio: Inforadio | 01.06.2022 | R. Westphal | Bild: imago images / Jürgen Ritter
Deutliche Mietpreissteigerungen erreichen Millionen Mieter: Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will die Preise erhöhen und peilt derzeit eine hohe Inflation an. In Berlin wolle man aber beim Dating bleiben, heißt es.
Millionen deutsche Mieter müssen sich auf steigende Wohnkosten einstellen: Deutschlands größtes Immobilienunternehmen, der Dax-Vonovia-Konzern, bezeichnet deutliche Mieterhöhungen als unvermeidlich angesichts der hohen Wohnungspreisinflation.
„Wenn die Inflation dauerhaft bei vier Prozent liegt, müssen die Mieten künftig jedes Jahr entsprechend steigen“, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe). Viele Hausbesitzer hätten sonst ernsthafte Probleme.
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Vonovia verweist auf eine hohe Inflation
„Wir können nicht erwarten, dass die Inflation die Mieten ignoriert. Das wird nicht funktionieren“, so Buch weiter. Der Immobilienriese besitzt rund 565.000 Wohnungen, die meisten davon in Deutschland. In Berlin gibt es laut Vonovia rund 42.000 Wohnungen.
Die Durchschnittsmiete von Vonovia stieg in den ersten drei Monaten dieses Jahres bundesweit auf 7,40 Euro pro Quadratmeter, 3,1 % mehr als ein Jahr zuvor. Dies liegt immer noch deutlich unter der aktuellen Inflationsrate von knapp acht Prozent. In Berlin ist die Inflationsrate zuletzt auf acht Prozent gestiegen und damit so hoch wie seit 1992 nicht mehr. Bisher sind vor allem Energie- und Lebensmittelpreise gestiegen.
Vonovia will an den Berliner Abkommen festhalten
Eine Sprecherin von Vonovia betonte derweil, dass das Unternehmen sein Versprechen für den eigenen Wohnungsbestand in Berlin weiterhin einlösen werde. Hier hatte Vonovia dem Senat zugesichert, dass die Mieten in den nächsten drei Jahren im Schnitt nicht mehr als 1 Prozent und dann nicht mehr als Inflation steigen würden. Zudem könnten bei Schwierigkeiten gemeinsame Lösungen gefunden werden, fügte die Sprecherin hinzu.
Grundsätzlich geht es bei den Aussagen des Vorstandsvorsitzenden um die wirtschaftliche Entwicklung und nicht um eine konkrete Anzeige. “Wir sprechen über wirtschaftliche Beziehungen auf dem Wohnungsmarkt”, sagte sie. Stark steigende Baupreise würden sich beispielsweise besonders auf den Neubau auswirken. Neuvermietungen wurden in den Mietspiegel aufgenommen.
Der Mieterbund reagiert mit deutlicher Kritik
Der Deutsche Mieterbund (DMB) zeigt sich jedoch bestürzt über Äußerungen von Vonovia-Präsident Buch. „Dass Mieter für den Kursverfall der Vonovia-Aktie und höhere Zinsen am Kapitalmarkt verantwortlich sind, zeigt, dass die Geschäftsmodelle börsennotierter Wohnungskonzerne asozial und spekulativ sind“, sagte der Präsident des Deutschen Mieterbundes am Mittwoch Verein, Lukas Siebenkotten. in Berlin.
Siebenkotten erinnerte daran, dass Vonovia nach der Übernahme des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen für 19 Milliarden Euro im Oktober vergangenen Jahres angekündigt hatte, die Bestandsmieten um maximal ein Prozent pro Jahr zu erhöhen. „Das zeigt jetzt, dass Politik und Kartellamt an der Nase herumgeführt wurden“, kritisierte der Mieterschutz.
Ausstrahlung: rbb24 Inforadio, 1. Juni 2022, 13:00 Uhr