Der “Tatort” in einer rasanten Horrorshow mit eisigem Wasser
Von Ingo Scheel 28.05.2022 um 15:32 Uhr
„Love Rage“ in Bremen: Aus einem Wohnungsbrand wird ein Selbstmord oder war es ein Mord? Liv Moormann und Linda Selb finden sich plötzlich mitten in einem psychotischen Labyrinth wieder. Einer der beiden stellt sich auch seiner eigenen Geschichte. Sehenswert!
Was ist los?
Die Bremer Kommissarinnen Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und Linda Selb (Luise Wolfram) wissen nicht so recht, was sie in dieser ausgebrannten Wohnung tun, es sieht so aus, als gäbe es keine Arbeit für die Mordkommission. Doch das Bauchgefühl spricht eine andere Sprache. Als die beiden genauer hinsehen, entdecken sie einen geheimen Raum mit einem Bett und einer weiblichen Leiche in einem roten Hochzeitskleid. Die kryptischen Sätze sind darauf gestempelt, der Teufel wurde buchstäblich an die Wand gemalt. Der Raum selbst war von innen verschlossen, also Selbstmord? Das scheint nicht so klar. Mit dabei sind auch der verstorbene Ehemann (Matthias Matschke), seine schwangere Freundin (Milena Kaltenbach), die Großeltern (Ulrike Krumbiegel und Thomas Schendel) und der seltsame Nachbar Gernot Schballa (Aljoscha Stadelmann), der ständig Eis isst. . eröffnet die sehnlichste aller unbeantworteten Fragen: Wo sind die beiden Töchter der Toten?
Worum geht es wirklich?
Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und Linda Selb (Luise Wolfram, links) in Aktion.
(Foto: Radio Bremen / Claudia Konerding)
Lassen Sie sich diese Frage von Liv Moormann alias Jasna Fritz Bauer persönlich beantworten: „Es ist eine sehr verrückte Krimigeschichte über eine dunkle, falsche, verzerrte, extreme, deformierte und verwirrte Liebe. Wir alle lieben und tun es auf unterschiedliche Weise. Wise Manchmal lieben.“ ist gut, aber manchmal verletzen wir andere damit und tun etwas, das ihr Leben unwiderruflich für immer beeinflusst. Liebe kann gleichzeitig beleben und traumatisieren.
Wegzapp-Moment?
Es kommt wie so oft auf die Perspektive an. „Love Rage“ ist jedenfalls nichts für Schwache, sondern eher eine Art „Bremer’s Silence“, blutig, überdreht, morbide, von schrägem Humor durchdrungen. Wer sich bei den oft beschaulicheren „Tatort“- oder „Polizeiruf 110“-Fällen nach einer Erhöhung der Herzfrequenz sehnt, sollte diesmal sein Blutdruckmessgerät zur Hand haben.
Wow-Faktor?
Konstant hoch. Kein Stoff für Logikfans oder Realitätsverifizierer, aber ein packendes Entertainment, das seinen Charakteren viel Freiheit und Spielfreude lässt und eine Geschichte entfaltet, die Zeitsprünge und Gegenwart mit allerlei Gruseldaten und -momenten verbindet des Schocks. „Es ist der intensivste, speziellste und mit all seinen Charakteren tiefgründigste Detektivroman, den ich je gemacht habe“, sagt Regisseurin Anne Zohra Berrached. Wir sagen: Ein Hochgenuss, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
Wie war?
10 von 10 Punkten: Krimi mit Karacho, Extremtypen und tollem Soundtrack