Bevor die beiden Hoffnungen des deutschen Impfstoffs berücksichtigt wurden, gibt es nun einen Rechtsstreit: Curevac wirft Biontech Patentverletzung vor und hat beim Landgericht Düsseldorf Klage gegen den Mainzer mRNA-Konkurrenten eingereicht. Das gab Curevac am Dienstag in Tübingen bekannt.
In der Erklärung bezog sich Curevac auf seine “geistigen Eigentumsrechte von mehr als zwei Jahrzehnten Pionierarbeit in der mRNA-Technologie”. Diese wurden bei der Herstellung und dem Verkauf des Covid-19-Impfstoffs von Biontech und Pfizer verwendet. Laut Curevac schützen die Patente “mehrere Erfindungen, die unter anderem für das Design und die Entwicklung von BioNTechs SARS-CoV-2-mRNA-Impfstoffen als wesentlich angesehen werden”.
Und was ist mit Moderna?
Es geht um die Produktion von mRNA-Molekülen. Das Tübinger Unternehmen, zu dessen Hauptaktionären der SAP-Milliardär Dietmar Hopp und die Bundesregierung gehören, will nach eigenen Angaben keine gerichtliche Verfügung erwirken oder Maßnahmen ergreifen, „die Produktion, Verkauf oder Vertrieb des Impfstoffs behindern könnten“.
Finanzielle Details zum Verfahren nannte Curevac nicht, spricht lediglich von einer „fairen Vergütung“, mit der Patentrechte anerkannt und respektiert werden müssen. Mit dem Betrag will Curevac weiter in die mRNA-Technologie investieren.
Ob Curevac auch eine Klage gegen den US-Konkurrenten Modern erwägt, ist noch unklar. „Bisherige Impfstoffe tragen zwar kein Curevac-Logo, basieren aber größtenteils auf mRNA-Technologien, die wir seit dem Jahr 2000 entwickeln“, sagte Curevac-Chef Franz-Werner Haas Ende Juni in einem Interview mit der FAZ. In Präsentationen vor Investoren hebt das Unternehmen immer wieder sein Patentportfolio hervor und führt eine Studie als Beleg dafür an, dass Curevac weltweit das stärkste aller mRNA-Unternehmen in diesem Bereich ist.
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In der Pressemitteilung wird Curevac als „frühster Pionier der mRNA-Technologie“ beschrieben. Daran forscht das Unternehmen seit der Jahrtausendwende. Es galt zusammen mit Biontech und Moderna als große Hoffnung auf einen mRNA-Impfstoff.
Anders als bei den beiden Konkurrenten ist jedoch bisher kein Impfstoff gegen die Curevac-Krone zugelassen. Das Unternehmen arbeitet mit dem britischen Pharmaunternehmen Glaxo-Smith-Kline an einem Impfstoff der zweiten Generation. Curevac verzeichnet hohe Verluste und generiert Umsätze hauptsächlich durch zwei Kooperationen mit GSK.