7.07.2022 13:47 (7.07.2022 16:00)
Boris Johnson tritt als Parteivorsitzender zurück. © AP Boris Johnson tritt als Parteivorsitzender zurück. ©AP
Der britische Premierminister Boris Johnson tritt als Vorsitzender seiner Konservativen Partei zurück.
Aber er wolle Premierminister bleiben, bis ein Nachfolger gewählt sei, sagte Johnson am Donnerstag in London. Er selbst wurde vor knapp drei Jahren für seine Partei ins Amt gewählt.
Kurz vor seinem Rücktritt ernannte Johnson neue Minister. Zahlreiche Freunde der Partei fordern jedoch den sofortigen Abgang des 58-Jährigen als Regierungschef. Die Opposition fordert Neuwahlen.
Der Finanzminister forderte ihn zum Rücktritt auf
Johnson ist in den vergangenen Tagen massiv unter Druck geraten. Mehrere Kabinettsmitglieder und Dutzende parlamentarischer Regierungsbeamter traten zurück. Zuletzt forderte ihn der am Dienstag ernannte Finanzminister Nadhim Zahawi sogar zum Rücktritt auf.
Zahawi gilt wie Außenministerin Liz Truss und Handelsministerin Penny Mardaunt als mögliche Nachfolgerin. In den Umfragen führt Verteidigungsminister Ben Wallace. Bisher hat nur Generalstaatsanwältin Suella Braverman ihre Kandidatur offiziell angekündigt.
„Wir brauchen eine Labour-Regierung“
Der Vorsitzende der Labour Party, Keir Starmer, gratulierte Johnson zum Rücktritt. Er forderte jedoch, dass jetzt ein „Neuanfang“ nötig sei. „Wir brauchen eine Labour-Regierung“, sagte Starmer. “Wir sind bereit.”
Auslöser der jüngsten Regierungskrise in Westminster war eine Affäre um Johnsons Parteikollegen Chris Pincher, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wird. Er hatte zuvor festgestellt, dass Johnson von ähnlichen früheren Vorwürfen gegen Pincher wusste, brachte ihn aber dennoch zu einem großen Fraktionsbüro. Sein Sprecher hatte dies zuvor mehrfach dementiert.