Herzstillstand
Schüsse auf den ehemaligen japanischen Ministerpräsidenten Abe
Es gab einen Angriff auf den ehemaligen japanischen Premierminister Shinzo Abe. Sie hat Angst, dass sie nicht überleben wird.
Veröffentlichung: 17:21 Uhr
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Aktualisiert: vor 8 Minuten
Auf den ehemaligen rechtskonservativen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe ist ein Anschlag verübt worden. Ein Mann habe Abe während einer Wahlkampfrede in der alten Kaiserstadt Nara am helllichten Tag in den Rücken geschossen, berichteten japanische Medien am Freitag unter Berufung auf Abes Regierungspartei LDP. Der Politiker sei bewusstlos gewesen, sagte er. Er blutete am Hals. Der Täter sei noch am Tatort von der Polizei wegen versuchten Mordes festgenommen worden, sagte er. Abe packte sie an der Brust, als sie zusammenbrach, ihr Hemd war blutverschmiert.
Nach Angaben des japanischen Fernsehsenders NHK soll sich der 67-Jährige in einem Zustand des Herzstillstands befinden. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Er soll zunächst bei Bewusstsein gewesen sein. Fernsehaufnahmen zeigten, wie Abe auf der Straße der alten Kaiserstadt Nara zusammenbrach. Er war während seiner Rede im House of Lords am kommenden Sonntag auf der Straße. Medienberichten zufolge erhielt er plötzlich zwei Schüsse von hinten.
Premierminister mit mehr Zeit
Abe regierte Japan von Dezember 2012 bis September 2020 und war damit der am längsten amtierende Premierminister des Landes. Unter ihm war Japan deutlich nach rechts gerückt. Abe ist einer der überzeugten Befürworter einer Überarbeitung der pazifistischen Nachkriegsverfassung. In Artikel 9 der Verfassung verzichtet Japan “für immer auf Krieg als souveränes Recht der Nation und auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt als Mittel zur Lösung internationaler Streitigkeiten”.
Am Sonntag finden in Japan Wahlen zum House of Lords statt. Es wird erwartet, dass die LDP einen Erdrutschsieg erringen wird. Dies könnte in der Debatte um die Verfassungsänderung an Fahrt gewinnen. Das Inselreich Japan hat eines der strengsten Waffengesetze der Welt und gilt als eines der sichersten Länder der Welt.
Die japanische Regierung befindet sich nach dem Anschlag auf Abe im Krisenmodus. Regierungssprecher Hirokazu Matsuno sagte, der 67-Jährige sei noch dabei, seinen Zustand zu bestätigen. Abes Nachfolger, Premierminister Fumio Kishida, unterbrach sofort seinen Feldzug im Norden und kehrte nach Tokio zurück. Seine Regierung richtete einen Krisenstab ein. (SDA)