Habeck verspricht Uniper Insolvenzschutz

Von Andreas Thomas

BERLIN (Dow Jones) – Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat zugesagt, den angeschlagenen Konzern Uniper zu unterstützen, ohne konkrete Angaben zu möglichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zu machen. Insolvenzen werden vermieden und die Versorgungssicherheit mit Gas gewährleistet. Zuvor hatte Uniper angesichts stark gestiegener Gaspreise staatliche Hilfen gefordert und von der Bundesregierung Stabilisierungsmaßnahmen gefordert. Einen genauen Betrag nannte das Unternehmen jedoch nicht. Habeck nannte ihn auch nicht.

Die Bundesregierung arbeitet reibungslos an Stabilisierungsmaßnahmen und steht in engem Kontakt mit allen Beteiligten. „Die konkrete Form der Unterstützung wird jetzt verhandelt und dann entschieden“, sagte Habeck in einer schriftlichen Stellungnahme. „Politisch ist klar: Wir werden nicht zulassen, dass ein systemrelevantes Unternehmen bankrott geht und dadurch den globalen Energiemarkt in Aufruhr versetzt.“

Immens hoher Preis für Benzin

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Bürgermeistern von Bremen und Hamburg sagte Habeck, die Gasspeicher in Deutschland füllten sich täglich um 0,3 bis 0,4 Prozent.

„Das System funktioniert. Wir haben genug Gas, die Versorgungslage ist gesichert. Aber wir zahlen einen immens hohen Preis, und zwar einen so hohen Preis, dass Unternehmen jetzt zu diesen hohen Preisen bestehende Lieferverträge erfüllen und zukaufen müssen finanzielle Probleme zu haben. Das ist ein Dauernegativ jeden Tag“, sagte Habeck.

Die beste Wahl für Verbraucher, Behörden und Versorgungssicherheit

Auf die Frage, ob sich auch Unipers größter Anteilseigner Fortum und damit der finnische Staat an den Hilfsmaßnahmen beteiligen sollten, sagte Habeck, dass bei Fördermaßnahmen oder Unterstützungskoordination immer geschaut werden müsse, „welche Eigentümer was können“. Darüber sind wir seit einiger Zeit mit allen Beteiligten im Gespräch.

Mit der Neuregelung des Energiesicherheitsgesetzes, das am Freitag ebenfalls vom Bundesrat beschlossen wurde, hat die Bundesregierung nun mehrere Handlungsoptionen. „Wir werden handeln“, sagte Habeck.

Die Bundesregierung werde die Option wählen, die „für Deutschland, für die deutschen Verbraucher, für die deutschen Steuerzahler und für den deutschen Staat am besten und billigsten und für die Versorgungssicherheit am sichersten ist“, sagte Habeck.

Uniper hat seit Mitte Juni nur noch 40 Prozent des vertraglich zugesicherten Gases in Russland eingekauft und muss den Rest teuer am Markt einkaufen.

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DJG / aat / smh

(FI) Dow Jones Newswires

8. Juli 2022 10:15 ET (14:15 GMT)

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