Vertriebene aus der Ukraine erhalten Familienbeihilfen

Seit Kriegsbeginn wurden in Österreich rund 79.000 ukrainische Vertriebene registriert, überwiegend Frauen und Kinder. Sie unterliegen in allen EU-Staaten einer eigenen Rechtsordnung, weshalb sie aufgrund eines Rechtsverstoßes in Österreich keine Familienleistungen beziehen konnten, erklärte das Familienministerium in der Sendung. Dies wird nun behoben. Die Regelung gilt rückwirkend ab März und wurde am Freitag vom Nationalrat genehmigt.

Es seien “hauptsächlich Mütter und ihre Kinder, die fliehen und in Österreich Schutz finden müssen”, sagte Familienministerin Susanne Raab (ÖVP). “Um unseren Nachbarn zu helfen, sind wir besonders aufgerufen, Europa zu unterstützen. Die Wahrnehmung von Familienleistungen ist ein notwendiger und wichtiger Schritt.” „Für Familien, die aus diesem grausamen Krieg vertrieben wurden, ist dieser Service eine wichtige zusätzliche Unterstützung, um die notwendigen Ausgaben bestreiten zu können“, sagte Sozialminister Johannes Rauch (Grüne). Es sei “ein weiteres Zeichen der Solidarität”.

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge UNHCR hat eine wichtige Entscheidung gegen Kinderarmut getroffen. Auch die SOS- und Caritas-Kinderdörfer zeigten sich erleichtert: Dies sei „ein wichtiger Schritt, gerade in Zeiten der Rekordinflation und einer massiven Preiserhöhungswelle“, sagte Klaus Schwertner, Caritas-Geschäftsführer der Erzdiözese Wien, in einer Aussendung . Ähnliche Verbesserungen wurden für subsidiär Schutzberechtigte gefordert. Auch die Volkshilfe warnte vor einem „zweistufigen System“: „Der Zugang zu Familienleistungen und damit verbundenen Sozialleistungen sollte allen Flüchtlingsgruppen offenstehen, unabhängig von ihrem Herkunftsland“, sagte Geschäftsführer Erich Fenninger in einer Aussendung.

Wiens Sozialrat Peter Hacker (SPÖ) zeigte sich erfreut über die Einigung. Auch die NEOS begrüßen den Umzug, fordern aber zusätzliche Kinderbetreuungsangebote und einen schnellen, problemlosen Zugang zum Arbeitsmarkt.

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