Per Melanie Renner – 08.07.2022 15:09 (act. 09.07.2022 14:53)
© Stadt Feldkirch / Twitter / CanvaPro
Ein Beitrag von Feldkirchs Stadtrat Georg Oberndorfer (NEOS) zur Grander-Wasseranlage im Stadtbad Felsenau hat diese Woche für Aufsehen gesorgt.
Er sorgte in den sozialen Medien für Furore: der Post von Feldkirchs Landrat Georg Oberndorfer (NEOS) im Stadtbad Felsenau Feldkirch. Oberndorfer fotografierte ein im besagten Becken hängendes Schild, das auf die Wasseraufbereitung mit der Grander Ortwassertechnik hinweist.
Die Grander GmbH und ihre natürlichen Energiemethoden sind seit Jahren äußerst umstritten und gelten allgemein als esoterisch und sind wissenschaftlich nicht belegt.
„Die Grander Wasserbelebung basiert auf dem Prinzip der Informationsübertragung“, heißt es auf der Website des Unternehmens. Es hilft Wasser, “Ihr Immunsystem zu stärken”. Bei der Aufbereitung des Felsenauer Wassers soll dies, so das Poster, dazu beitragen, den Aufwand für die Reinigung des Beckens und den Chlorgeschmack und -geruch zu reduzieren sowie die Hautverträglichkeit und mikrobiologische Qualität des Beckenwassers zu verbessern.
“Werbung für esoterische Malaria”
„Gerade in Zeiten wie diesen muss man sich fragen, ob die Stadt Feldkirch wirklich für esoterischen Unsinn werben soll. Man muss den Institutionen vertrauen können“, sagt Stadtrat Oberndorfer. Im Stadtrat hatte er das Thema bereits zweimal ohne Reaktion angesprochen. „Die Leute waren amüsiert, es erwähnt zu haben“, sagte Oberndorfer.
Bereits in den 90er Jahren verbaut
Die Stadt Feldkirch macht kein großes Aufhebens darum, schließlich wurden die Anlagen – übrigens in den beiden städtischen Schwimmbädern – bereits in den 90er Jahren während des großen Grander-Hypes installiert. „Damals gab es keine wissenschaftlichen Studien zur Granderschen Wasserineffizienz. Heute wissen wir sehr wohl, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Grandersche Wasserwirksamkeit gibt und dass es auch zahlreiche Gegner und Befürworter gibt“, heißt es in Feldkirchs Mitteilung. Geschäftsführer Andrea Bachmann.
Keine laufenden Kosten
Der Einbau kostete rund 40.000 Schilling (ca. 2.900 Euro). Da keine Betriebskosten des Systems anfallen, wird es so belassen, da die Demontage wesentlich teurer ist. „Außerdem hat eine spätere Anwendung keine negativen Auswirkungen, auch wenn wissenschaftlich erwiesen ist, dass sie keine positive Wirkung hat“, sagt Bachmann.
Die Felsenau
Das Schwimmbad Felsenau ist das älteste noch bestehende Schwimmbad Vorarlbergs. Der Pool wurde 1903 gebaut und eröffnet, aber die Renovierungsarbeiten von 1982 und 1991 verhinderten, dass der Pool geschlossen wurde.
Das Schwimmbad Felsenau, im Ortsteil Fellengatter Frastanz gelegen und von den Freizeitbetrieben Feldkirch GmbH betrieben, ist garantiert täglich von 09:00 bis 12:00 Uhr von 00:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.