44. Solothurner Literaturtagung – Johanna Schaible gewinnt Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis

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Die Bernerin Johanna Schaible lotet die Grenzen des Bilderbuchs neu aus und nimmt den Leser mit auf eine persönliche Zeitreise. Mit seinem Debüt im Bilderbuch „Es war einmal und es wird noch lange sein“ gewann er den Kinder- und Jugendbuchpreis.

Mit der Auswahl von Schaibles Bilderbuch zeigte die Jury einmal mehr ihr Talent für die Werke, deren Künstler experimentierfreudig sind. Letztes Jahr war das Gewinnerbuch „Die Farbe der Dinge“ von Martin Panchaud, ein Buch voller Piktogramme, Infografiken und Symbole.

Dieses Jahr ist ein Bilderbuch zum Thema Zeit, das alle Generationen anzieht und mit seiner innovativen Gestaltung neue Wege eröffnet.

Der Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis

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Zum dritten Mal wurde am Samstag an der Solothurner Literaturtagung der Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Er ist dotiert mit 10’000 Franken und wird vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien sikjm, dem Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverband SBVV und der Solothurner Literaturtagung unterstützt.

Zoomt in die Gegenwart

Das Buch „Es war einmal und für lange Zeit“ beginnt mit tollen Seiten über die Vergangenheit. Sie können kurze Texte zu großen, farbenfrohen Illustrationen lesen, wie zum Beispiel „Die Erde ist vor Milliarden von Jahren entstanden“. Auf der nächsten Seite steht: „Vor Millionen von Jahren durchstreiften Dinosaurier die Erde.“ Und so geht man mit immer kleineren Seiten und wechselndem Format in die Gegenwart.

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Legende: „Es war einmal und es wird noch lange kommen“ ist ein haptisches Erlebnis … Hanser Verlag

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Legende: und unterscheidet sich von anderen Werken durch die unterschiedlichen Formate. Hanser Verlag

Du erkennst, dass die Gegenwart auf der Vergangenheit aufbaut und näherst dich ihr sozusagen. Bis Sie in der Mitte des Buches angelangt sind und die Petition in einem Bild mit einer Sternschnuppe lesen: “Jetzt fragen Sie nach einem Wunsch!” Dann werden die Seiten größer mit Zukunftsfragen.

Ein Buch über universelle Themen

Johanna Schaible erzählt keine klassische Geschichte. Sie sieht sich auch nicht als klassische Erzählerin: „Mich interessieren die universellen Themen, die uns Menschen verbinden.“ Er experimentiert so lange, bis er einen Weg gefunden hat, mit einem abstrakten Konzept zu experimentieren und so eine Gelegenheit zum Austausch schafft.

Künstlerin und Illustratorin Johanna Schaible

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Legende: SRF / Lukas Mäder

Johanna Schaible, 38, studierte Design und Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Luzern. Seit ihrem künstlerischen Abschluss 2013 arbeitet sie als Künstlerin und Illustratorin in Bern.

„Ich kann ohne Schreiben nicht zeichnen. Ich muss beide von Anfang an gleich behandeln, auch das Schreiben ist Teil des Bildes. (…) Zeichnen und Schreiben unterliegen keiner linearen Entwicklung. Der Prozess ist mehr Drehen Sie sich gerne um, bis Sie eingekreist haben, was Sie wollen. “

Weitere Informationen zu Johanna Schaible finden Sie in der SRF-Literaturplattform Aufrufe.

In seinem jetzt preisgekrönten Buch ist ihm das voll und ganz gelungen. Der 38-Jährige sagt: „Ich habe mit Begriffen wie Zeit und Luft angefangen, wusste aber nicht, wohin mich das führen würde. Da ich mich auch für formal ungewöhnliche Bücher interessiere, habe ich von Anfang an mit dem Format gespielt. Mit der Zeit entstand die Idee von Zoom und Zeitreisen.“

Das Zusammenspiel von Bild, Text und Materialgestaltung überzeugte die fünfköpfige Jury. Jurymitglied Stefan Schröter: „Dass ein Buch ausgezeichnet wird, dessen Materialität so wichtig ist, entspricht dem Zeitgeist. Die Gestaltung des Materials unterscheidet es von digitalem.“ Das Siegerbuch bietet alles, was gute Literatur kann, so Stefan Schröter weiter: Es regt unsere Fantasie an und fordert unser Urteilsvermögen heraus.

Von der Idee zum fertigen Buch

Für alle Generationen

Die abwechslungsreichen und kunstvollen Bilder mit einigen philosophischen Fragen machen dieses Bilderbuch für alle Generationen attraktiv. Johanna Schaible sagt: „Wenn ein Enkel diese Geschichte mit seiner Oma anschaut, ist das anders, als wenn zwei Kinder oder zwei Erwachsene sie gemeinsam anschauen.“

Die Widmung auf der Titelseite ist stimmig und schön: „Für die Erwachsenen von morgen und die Kinder von gestern.“

Die anderen vier nominierten Bücher

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  • „Astor“ Meeresbiologe Tito Moccia verbindet in diesem Werk Bild und Sachbuch. Mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen und kurzen Texten vermittelt er unterhaltsam und ohne moralischen Zeigefinger Wissenswertes über die Bedeutung des Meeres.
  • “Mr. Bert und Alfonso jagen einen Dieb” Laura D’Arcangelo erzählt die urkomische Geschichte von Mr. Bert in leuchtenden, warmen Farben, die einfach niemandem auffällt. Eine sehr dynamische Erzählung, mit viel Liebe zum Detail in den Illustrationen.
  • „Moni ist der Name meines Ponys. Spoken Word und Cartoons »Eine Sammlung von 20 Geschichten, nah an der Welt der Kinder und Jugendlichen. Andrea Gerster und Lika Nüssli erzählen Geschichten mit viel Freude mit Sprache und mit frechen und plakativen Illustrationen.
  • „Le Voisin“ Die Geschichte einer nicht ganz einfachen Nachbarschaft zwischen einem Nashorn und einer Elefantenfamilie. Die Bilder von Walid Serageldine sind so akkurat, dass sie auf Text verzichten und sich ganz auf die Figuren konzentrieren.
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