Mikl-Leitner und SPÖ einigen sich: Strompreisbegrenzung einführen

Der Landeshauptmann von Niederösterreich legt im Einvernehmen mit den Sozialdemokraten Vorschläge vor.

Wien. Über Maßnahmen zur Bekämpfung der hohen Energiepreise wächst die Uneinigkeit mit der ÖVP. IHK-Präsident Harald Mahrer, der am Donnerstag Sanktionen gegen Russland kritisierte (“Glaube ich nicht”), fügte am Sonntag hinzu: “Es wurde nur mit halbem Hirn gedacht”, so der Leiter der Wirtschaftsunterorganisation. der ÖVP. Partnerschaft – während die ÖVP-Spitze weiter auf Linie bleibt und Sanktionen verteidigt.

Auch Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner weicht derweil von der Parteilinie ab: Sie forderte am Samstag eine Strompreisobergrenze, eine Forderung, die Bundeskanzler Karl Nehammer am Freitag im Nationalrat klar abgelehnt hatte. Die SPÖ zeigte sich zufrieden: Mikl-Leitner nahm damit eine Forderung der Sozialdemokraten an. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hingegen verfolge eine “von Kopf bis Fuß schüchterne und mutlose Politik”.

Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) teilte am Sonntagnachmittag mit, dass er die Ansicht von Mikl-Leitner teile, dass die Diskussion über das Funktionieren von Marktmechanismen auf europäischer Ebene geführt werden sollte. „Angesichts der hohen Energiepreise ist die Forderung nach Preisobergrenzen verständlich und muss auf europäischer Ebene ernsthaft diskutiert werden“, sagt Brunner. Aktuell wären aber die Gefahren einer nationalen Preisobergrenze überwunden.

Kritik an Bundeskanzler Nehammer gab es derweil: Auf dem Tiroler ÖVP-Parteitag sagte er: „Wenn wir so weitermachen, gibt es für Sie hinterher nur noch zwei Entscheidungen: Alkohol oder Psychopharmaka.“ SPÖ und FPÖ kritisierten die Äußerungen. : „Ein Kanzler, der Alkohol als Heilmittel preist und sich über Menschen mit psychischen Problemen lustig macht, ist fehl am Platz“, sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch. (ag./maf)

(“Die Presse”, Printausgabe, 11. Juli 2022)

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *