10.07.2022 12:24 (Akt. 10.07.2022 12:24)
Kanzleramt in Nehammers Sager: Sie wollten Vertrauen vermitteln. ©APA/EXPA/JFK
Der Bundeskanzler und Präsident der ÖVP-Bundespartei, Karl Nehammer, hat mit seiner Aussage zu „Alkohol oder Psychopharmaka“ am Samstag beim ÖVP-Tiroler Parteitag in Alpbach in den sozialen Medien für Aufsehen und Kritik an der FPÖ gesorgt.
Der Rektor hatte gesagt, für den Fall, dass nicht angemessen gegen steigende Preise und Inflation vorgegangen werde: „Wenn wir so weitermachen, dann müssen Sie nur zwei Entscheidungen treffen: Alkohol oder Psychopharmaka.“
„Im Großen und Ganzen ist Alkohol okay“
“Und ich sage, Alkohol ist grundsätzlich okay”, sagte Nehammer und fügte schließlich hinzu: “Unterm Strich stößt man immer an, wenn es einem gut geht.” Zuvor hatte Nehammer erklärt, man müsse “den Feind erkennen”, um es anders auszudrücken: “Das sind Preiserhöhungen, das ist die Inflation, das sind die absurd hohen Energiekosten. Und bei so einem müssen wir handeln.” dass wir die Inflation nicht vorantreiben, sondern versuchen, sie gemeinsam in der Europäischen Union voranzutreiben.“ Das sei „alles andere als einfach“.
Der Kanzler hatte bereits Mitte Mai mit seinem Virus, das auf den Sonderparteitag der ÖVP fiel, harsche Kritik geerntet.
Shitstorm in den sozialen Medien
Nehammer’s Sager fand nicht nur fast sofort den Weg in die sozialen Medien, sondern der Shitstorm, so die Kanzlerin, zog nach.
Die FPÖ kritisiert die Kanzlerin scharf
Das in den sozialen Medien kursierende Video mit der Kanzleraussage sorgte für Unruhe in der FPÖ. „Die sperrigen Äußerungen von Bundeskanzler Karl Nehammer, dass aktuelle Herausforderungen nur mit ‚Alkohol oder Psychopharmaka‘ bewältigt werden können, sind ein klassischer Beeidigungseid und spiegeln das totale Versagen der Regierung einerseits und die totale Überforderung damit wider allgemeine Situation auf der anderen Seite”, kritisierte Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer Aussendung. Nehammer hat einmal mehr gezeigt, dass es eine falsche Wahl als Regierungschef war und Neuwahlen den Weg bereiten sollte.
Ich wollte Zuversicht vermitteln
Auf Nachfrage der “Kronen Zeitung” (online) sagte das Bundeskanzleramt jedoch, es wolle Zuversicht vermitteln. Auch wenn es, wie man zugibt, flexibel formuliert ist.