Unabhängig von den üblichen Risikofaktoren, die zu Herzerkrankungen beitragen, ist Herzinsuffizienz bei Krebspatienten deutlich häufiger. Dies könnte das Ergebnis einer Krebstherapie sein, schreiben die Forscher im Journal of the American College of Cardiology.
Eine neue Studie bestätigt, dass Menschen, die Krebs hatten, mit größerer Wahrscheinlichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkranken – die Wahrscheinlichkeit, dass sie daran erkranken, ist um 37 % höher. Herzinsuffizienz war besonders häufig und das Risiko war bei Menschen mit Krebs um 52 Prozent höher. Neben dieser bereits bekannten Tatsache zeigen die Ergebnisse, dass bekannte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Übergewicht nicht dafür verantwortlich waren. Dies deutet darauf hin, dass der Tumor selbst oder die Krebstherapie zur Entstehung von Herzerkrankungen beiträgt.
Aus der Beobachtung, dass das Risiko für Herzerkrankungen je nach Krebsart unterschiedlich ist, könnte man vermuten, dass eher die Krebstherapie einen Einfluss hat: Bei Brustkrebs, Lungen- und Blutkrebs und Brustkrebs war das Risiko für Herzerkrankungen mehr als doppelt so hoch und Dickdarmkrebs deutlich erhöht, während für Prostatakrebs nicht anders als das Risiko der Allgemeinbevölkerung war. Brust- und Blutkrebs werden normalerweise mit Chemotherapie und Bestrahlung behandelt, von denen bekannt ist, dass sie das Herz beeinträchtigen. Denkbar ist aber auch, dass Tumore auf unterschiedliche Weise Entzündungsreaktionen und Veränderungen der Blutgerinnung hervorrufen, die Herzerkrankungen begünstigen.
Was: DOI 10.1016 / j.jacc.2022.04.042