Beromünster
Zeichner, Grafiker und Nachtwächter: Ludwig Suter ist tot
Der Möischter Routinier ist am Montag im Alter von 73 Jahren nach kurzer und schwerer Krankheit gestorben. Mit seiner Arbeit hat er Beromünster geprägt.
Ludwig Suter in seinem Beromünster Atelier.
Bild: Eveline Beerkircher (20. Juli 2020)
Ludwig Suter, der bekannte Illustrator aus Beromünster, ist am Montag im Alter von 73 Jahren nach kurzer und schwerer Krankheit gestorben, wie aus einem Nachruf hervorgeht. Die Trauerfeier findet am Donnerstag in der Stiftskirche St. Michael in Beromünster statt.
Suter hat in den letzten Jahren zahlreiche Werke veröffentlicht. Kürzlich veröffentlichte er die illustrierte Chronik „Badgass-Idylle“, die sich mit einer Gasse im Beromünster Flecken beschäftigt. Vor zwei Jahren veröffentlichte der Illustrator eine Chronik von Helias Helye aus Beromünster, der im 15. Jahrhundert das erste Buch in der Schweiz druckte.
Ein luxuriöser Historiker
Suter hat sich Zeit seines Lebens mit der Geschichte Beromünsters auseinandergesetzt. „Es gibt zwei Arten von Historikern: gute Historiker und ernsthafte Historiker“, sagte er vor zwei Jahren in einem Interview mit unserer Zeitung. Suter gehörte zu den ersten. An Möischters Geschichte geht er lieber mit Freude als mit Sachlichkeit heran. Ihre Geschichten sollen Interpretationsspielraum lassen. Bekannt wurde der Grafiker auch durch seine Arbeiten für die „Seetaler Brattig“. Er zeichnete für die Illustrationen von rund 30 Ausgaben verantwortlich.
Der Ur-Möischterer zeichnete und illustrierte 50 Jahre lang professionell. Eines seiner Markenzeichen waren die Bleistiftzeichnungen von Dörfern, Kirchen und Schlössern. Allerdings wies der Zeichner einmal in unserer Zeitung darauf hin, dass es die „typische Suter“ nicht gibt. Verwenden Sie verschiedene Techniken, von Aquarell bis Strichzeichnungen.
Als Nachtwächter mit Hellebarde und Taschenlampe
Als historischer Nachtwächter verkleidet, mit Hellebarde und Taschenlampe hat Ludwig Suter in den vergangenen 25 Jahren Hunderte von Führungen unternommen, um Geschichtsinteressierten sein Geburtshaus näher zu bringen. Seit 2012 bietet er auch Nachtwachenbesuche in der Stadt Luzern an. In diesem Zusammenhang erweckte er Luzerns gruselige Seite zu neuem Leben, informierte unter anderem über Gespenster und mörderische Nächte.
Mit seiner Kreativität und seinem Temperament habe Suter viel gestaltet und erreicht, heisst es in der Todesanzeige. „Er hat alles Schöne an Möischter geliebt und dafür bis zuletzt gekämpft.“ Buntstifte, Pinsel und Hellebarden hatte er nun beiseite gelegt. (rbi / lf / dlw)