Neues Stipendium gegen den Ärztemangel

Die Gesundheit

Als erstes Bundesland vergibt Niederösterreich ab Herbst Landesarztstipendien. Für ein monatliches Stipendium von 923 Euro verpflichten sich die Bewerber, fünf Jahre im Land zu arbeiten. Ziel ist es, dem Ärztemangel entgegenzuwirken.

11.07.2022 15.13

Online seit gestern, 15:13 Uhr

Grundlage ist eine Vereinbarung mit der Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD), die für die Förderung zuständig ist. Die Kosten trägt das Land Niederösterreich. Für insgesamt 50 Promotionsstipendien aus Ländern sind zunächst 2,5 Millionen Euro budgetiert. „Wir wollen damit einen Anreiz schaffen“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Montag im Austrian Institute of Science and Technology (ISTA) in Klosterneuburg. „Landarztstipendien sind eines der Instrumente, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken“, ergänzte Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP).

Bei positivem Studienerfolg ab der zweiten Phase wird eine Förderung für maximal 48 Monate gewährt. Studierende der Humanmedizin an einer österreichischen Universität können sich für das Studienjahr 2022/23 von 1. August bis 11. September online unter www.oead.at bewerben, erklärte Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP). Die Auswahl erfolgt durch eine Kommission des OeAD, Kriterien sind neben dem bisherigen Studienerfolg auch der Bezug zu Niederösterreich und soziales Engagement.

Abfederung der Pensionierungswelle

Neben dem Ausbau der Studienplätze würden die Ärztestipendien des Landes die Austrittswelle von Ärzten im Jahr 2030 dämpfen, sagte Polaschek. Der Minister schätzt das Potenzial auf bis zu 150 Studenten pro Jahr. In anderen Bundesländern gebe es Interesse, aber konkrete Pläne für diese Stipendien gebe es nicht, sagte Polaschek auf Nachfrage, die Gesundheitsversorgung vor Ort sei ein großer Wunsch der Bevölkerung, sagte Landeshauptmann Mikl-Leitner. Landarztstipendien seien eine „langfristige Vorgabe des Landes Niederösterreich“ und in einigen Teilen Deutschlands bereits etabliert, sagte Eichtinger. Er erklärte, sein Ziel sei es, bald Medizinstudenten dazu zu bringen, in den Regionen zu arbeiten, in denen eine Stelle als Hausarzt gesucht werde.

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