Erstmals seit 20 Jahren fällt der Euro auf einen US-Dollar

Stand: 12.07.2022 12:26 Uhr

Das war seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr der Fall: Der Euro-Kurs ist inzwischen auf einen Eins-zu-Eins-Dollar-Kurs am Mittag gefallen. Das liegt auch an der Sorge um Europas Energieversorgung.

Der Eurokurs erreichte am späten Vormittag Parität mit dem US-Dollar. Dies bedeutet eine Eins-zu-Eins-Austauschbeziehung. Das ist der niedrigste Stand seit 20 Jahren. Die US-Währung konnte gegenüber fast allen anderen wichtigen Währungen aufwerten.

Anleger schauen bereits auf die US-Inflationsdaten für morgen. Für Juni wird mit einem weiteren Anstieg der Inflation und einer Inflationsrate von 8,8 % gerechnet. Aufgrund der Inflation dürfte die US-Notenbank die Zinsen deutlich anheben, was dem Dollar Auftrieb geben wird.

Der Euro wird auch von Sorgen über eine Energiekrise in Europa beeinflusst. Russland hat die Gaslieferungen durch die Ostseepipeline North Stream 1 für routinemäßige Wartungsarbeiten unterbrochen, was die Besorgnis über die Zukunft der Energieversorgung schürt. Es wird befürchtet, dass auf Dauer kein Gas mehr durch die Pipeline nach Deutschland fließen kann.

„Was den Euro belastet, ist die aktuelle Gaskrise“, Dorothee Holz, HR

Tagesschau 12:00 Uhr, 12.7.2022

Die Schwäche des Euro ist ein Wermutstropfen, insbesondere angesichts der relativ hohen Inflationsraten. Dadurch werden nach Deutschland importierte Waren teurer, was die Inflation weiter anheizt. Vor allem die Energie- und Rohstoffpreise drohen noch weiter zu steigen.

Euro auf der Folie – mindestens 20 Jahre

Constantin Röse, Börsenstudie ARD Frankfurt, 12. Juli 2022 12:17 Uhr

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