Holzpellets: Nachfrage und Preise steigen

Beim Energiehändler „Essmeister“ in Kemmelbach (Bezirk Melk) werden täglich neun Lkw mit Pellets befüllt. Allerdings ist es derzeit nicht mehr möglich, Kundenbestellungen hinterher zu kommen. Laut noe.ORF.at ist die Nachfrage nach Pellets derzeit dreimal so hoch wie im Juni 2021. Im Durchschnitt kommen täglich bis zu 500 Anrufe von besorgten Bürgern, die bereits Pellets einlagern wollen.

Laut Geschäftsführer Harald Essmeister haben hohe Zuschüsse für den Umstieg auf eine Pelletsheizung die Zahl der Kunden massiv erhöht und er ergänzt: „Es gibt meistens Leute, die Pellets im Sommer einlagern, weil es vor der Heizsaison am günstigsten ist. Aber jetzt wollen Kunden, die normalerweise im Herbst kaufen, auch sofort ihre Pellets. Allerdings können wir nicht alles in zwei, drei Monaten liefern, was wir sonst in einem Jahr liefern würden.“

ORF Der Kemmelbacher Energiehändler erhält täglich zwischen 300 und 500 Anrufe

Zudem kommen laut Essmeister nur zwischen 50 und 70 Prozent der bestellten Pelletsmenge tatsächlich im Unternehmen an. Entsprechend niedrig ist zu diesem Zeitpunkt das Energieniveau des Energiehändlers. Es ist bedauerlich, dass der Preis für Pellets immer höher wird, aber die hohe Nachfrage lässt den Preis steigen. Der Durchschnittspreis von 440 Euro pro Tonne wird schon lange nicht mehr angeboten: „Wir haben zu diesen Preisen schon viel verkauft, aber unsere Existenz läuft schon lange aus. Aufgrund der Entwicklung der Energiepreise und der Nachfrageentwicklung müssen wir nun davon ausgehen, dass die Preise bald deutlich höher sein werden.“

Große Konzerne und Kraftwerke stiegen in Pellets ein

Alles in allem sei es eine Kettenreaktion „unglücklicher Umstände“, die Pellets massiv verteuere, erklärt Christian Rakos, Geschäftsführer der Interessenvertretung der Pelletswirtschaft, proPellets Austria. Der Krieg in der Ukraine und die dadurch immer teurer werdenden Rohstoffe, hohe Produktionskosten und der plötzliche Bedarf von Großkunden, die auf Pellets umgestiegen sind, spielen eine wichtige Rolle:

„Auf der einen Seite haben wir einen starken Anstieg der Nachfrage der Privatkunden, auf der anderen Seite der Kraftwerke. Diese Kraftwerke erzeugen ihren Strom inzwischen mit Pellets, weil die Energiepreise sehr hoch sind. Auch diesen Bedarf müssen Sie decken. Andererseits haben wir eine geringere Verfügbarkeit, weil jetzt die gesamte Produktion aus Weißrussland und Russland für den europäischen Markt fehlt“, sagt Rakos.

Für das Jahr 2022 rechnet proPellets Austria daher mit einer zusätzlichen Nachfrage in Europa von rund 2,5 Millionen Tonnen Pellets aus Österreich. Um der Nachfrage gerecht zu werden, wird die Zahl der Pelletwerke in Österreich von 40 auf 51 erhöht. Vier der elf neuen Produktionsstandorte werden in Niederösterreich liegen; mehr dazu bei über 50 Prozent teureren Pellets (noe.ORF.at; 02.06.2022).

Der Preis für Pellets könnte sich verdoppeln

Im Juni letzten Jahres kostete eine Tonne Pellets 221 Euro. Im gleichen Zeitraum dieses Jahres waren es bereits 367 Euro, 66 Prozent mehr. Für eine Tonne Pellets zahlt man derzeit durchschnittlich 440 Euro. Noch nie war der Pelletspreis in Österreich so hoch wie in diesem Juli.

Über den Mangel an Pellets sollten sich Kunden laut Rakos jedoch keine Sorgen machen. Die Produktion läuft österreichweit auf Hochtouren und die Hauslieferungen können bis zur Heizsaison garantiert werden. Der Preis für Pellets kann jedoch weiter steigen. Aktuell wird in der Branche spekuliert, dass sich der aktuell hohe Preis verdoppeln könnte.

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