Gepostet am 15. Juli 2022, 4:45 Uhr
Horrorszenario: Plünderungen und Überfälle: «Der Schweiz droht Chaos bei Stromausfall»
Der Schweiz droht im Winter der Strom auszugehen. Darauf ist die Schweiz laut dem Vorsitzenden der Sicherheitspolitischen Kommission nicht vorbereitet.
von
Seline Bietenhard
Thomas Obrecht
Nicolas Meister
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Stromausfälle von mehreren Tagen oder Wochen wären laut Mauro Tuena katastrophal. “Von den Plünderungen wären unter anderem Lebensmittelgeschäfte betroffen.” (Symbolfoto)
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Das Krisenmanagement der Supermarktkette Spar in Österreich bereitet sich auf einen flächendeckenden Stromausfall vor. Für die Mitarbeiter gelten klare Sicherheitsrichtlinien.
20min / Michael Scherrer
Davon scheint man in der Schweiz sehr weit entfernt zu sein.
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Plünderung, Diebstahl und Raub: Das Krisenmanagement der Supermarktkette Spar in Österreich bereitet sich auf einen flächendeckenden Stromausfall vor. Für die Mitarbeiter gelten klare Sicherheitsrichtlinien. Auch in der Schweiz bereitet sich Lidl Schweiz mit Notfallkonzepten auf die Horrorszene vor. Gemäss Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS gehören die Präparate von Detailhändlern zur Sorgfaltspflicht eines Unternehmens. „Auf Bundesebene gibt es jedoch eine Anlaufstrategie für die Bundesbediensteten im Falle eines Stromausfalls“, erklärt Sprecherin Sandra Walker. Die meisten Kantone haben zudem Notfallpläne erstellt.
Mauro Tuena, Vorsitzender des Ausschusses für Sicherheitspolitik, hält diese Maßnahmen für nicht ausreichend. „Die Schweiz ist für dieses Szenario nicht bereit. Es ist fünf nach zwölf. Der Bundesrat muss sofort handeln», sagt der Nationalrat der SVP. Es brauche ein abgestimmtes Notfallkonzept auf allen Ebenen, in dem alle Möglichkeiten und Massnahmen definiert seien. Dazu gehöre laut Tuena auch ein Umdenken in Sachen Kernenergie: „Wir müssen sicherstellen, dass wir genug eigenen Strom haben, unabhängig vom Ausland.“ Im Falle einer Stromknappheit werden auch Informationen darüber benötigt, wo Strom abgewürgt wird und wie er reguliert wird. „Außerdem muss geklärt werden, wie die Bevölkerung informiert und beruhigt werden kann, damit es nicht zu tumultartigen Szenen kommt“, sagt Tuena.
Denn ein solches Szenario ist nicht auszuschließen. Zudem hätte ein Blackout extreme Folgen. „Es gäbe Chaos par excellence, die Leute würden durchdrehen. So etwas darf nicht passieren“, sagt Tuena. Vor allem Stromausfälle über mehrere Tage oder Wochen wären eine Katastrophe. „Nicht nur Lebensmittelgeschäfte wären von den Plünderungen betroffen. Auch in Krankenhäusern könne es zu unschönen Szenen kommen, zum Beispiel: „Auch Zahlungsdienstleister, der öffentliche Nahverkehr und das Telekommunikationsnetz wären betroffen.“ Unsere gesamte Infrastruktur würde über kurz oder lang zusammenbrechen“, warnt Tuena.
„Gefahrendossier Energieknappheit“
„In der Summe führt dies zu suboptimalen Effekten“
„Bei einem großflächigen Blackout droht eine massive Hysterie unter den Menschen“, sagt die Soziologin Katja Rost von der Universität Zürich. Die erste Haft, in der viele Menschen Toilettenpapier horteten, war ein Beispiel für kollektives und hysterisches Verhalten. „Wenn man sieht, dass eine Person dieses Verhalten zeigt, ahmt man sie nach. Insgesamt führt das zu suboptimalen Effekten“, erklärt Rost. Gleiches gelte für massive Hysterie: “Alle springen auf den gleichen Zug auf und kopieren, ohne über das Verhalten anderer nachzudenken, obwohl es die ganze Community benachteiligt.”
Der Grund dafür ist angeborener Egoismus. „Wenn es ums Überleben geht, steht der Mensch an erster Stelle“, sagt die Soziologin. Daher spiele eine gute Planung eine zentrale Rolle: „Wenn man die verschiedenen möglichen Verhaltensszenarien kennt, gibt es physische, psychische, ökonomische und soziologische Möglichkeiten, hysterisches Verhalten zu verhindern oder zumindest so zu lenken, dass keine nennenswerten Schäden entstehen.“
Notfallkommunikation und Treffpunkte
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