Weg vom Tabuthema: Das Schweizer Team gelobt, nach Menstruationszyklus zu trainieren

Gepostet am 15. Juli 2022, 4:47 Uhr

Weg vom Tabuthema: Das Schweizer Team gelobt, nach Menstruationszyklus zu trainieren

Die Art und Weise, wie Athleten während eines Wettkampfs mit ihrer Periode umgehen, war bisher meist tabu. Im Frauenfussball hingegen sind die Vereine auf zyklusbasiertes Training angewiesen. Das Schweizer Team tut dasselbe.

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Die Schweiz setzt auf Radtraining.

frischen Fokus

Inwieweit der Effekt von zyklusspezifischem Training ist, lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit sagen.

frischen Fokus

Nati-Torhüterin Gaëlle Thalmann sagte gegenüber SRF, sie habe einen Einfluss des Zyklus auf ihre Leistung bemerkt.

frischen Fokus

Anfang 2020 passte Chelsea Women als erster Klub der Welt das Training an den Menstruationszyklus an. Medien auf der ganzen Welt berichteten über das Projekt, das von Trainerin Emma Hayes initiiert wurde. Nun sind mehr als zwei Jahre vergangen. Millionen von Franken fließen weltweit in den Frauenfussball. Der Sport wird immer professioneller. Und Chelsea ist längst nicht mehr die einzige Mannschaft, die auf Radtraining setzt.

Das tut auch die Schweizer Mannschaft, die am Sonntag gegen die Niederlande um den Viertelfinal der EM kämpft. Das Team von Nils Nielsen spricht offen über die Menstruation, und niemand auf dem Schweizer Land sieht darin ein Tabuthema. „Die Periode gehört sowohl zum täglichen Training als auch zu taktischen oder körperlichen Aspekten“, sagt Leichtathletik-Bundestrainerin Mélanie Pauli im 20-Minuten-Interview.

“Es gibt Lösungen, wenn ein Spieler stark leidet”

Alle Periodendaten für jeden Spieler werden online gespeichert und analysiert. Krafttraining ist besonders effektiv in der ersten Zyklushälfte und rund um den Eisprung. Der Grund ist der Anstieg des Östrogens, das eine anabole Wirkung hat. Befinden sich Spieler in der zweiten Hälfte ihres Zyklus, sollte die Trainingsintensität reduziert werden. Pauli: „Im Fußball kann man alles beeinflussen, was mit den Trainingsinhalten zu tun hat. Das bedeutet: Aktivierung, Ernährung, Regeneration und Stressbewältigung.“ Dafür muss der Cheftrainer offen sein.

Nils Nielsen ist das. Im Vergleich zu den 20 Minuten betont der Bundestrainer die Wichtigkeit des Trainings nach dem Zyklus. Er gibt aber auch zu: „Die Ärzte und Mélanie sagen mir, was ein Spieler darf und was nicht. Ich frage nicht, weil ich es nicht sagen kann.“ Nielsens Trainerarbeit ist also von der Ära der Spieler beeinflusst, die Aufstellungen auch? Der Däne bestreitet: „Es gibt immer Lösungen, auch wenn ein Spieler schwer leidet.“ Ich Ich habe noch nie jemanden gesehen, der wegen der Menstruation nicht spielen kann.”

Leistungssteigerung durch Radtraining

Inwieweit der Effekt von zyklusspezifischem Training ist, lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Es ist eine zu neue Trainingsmethode dafür, es gibt seit mehreren Jahren keine Studien. Ein großes Problem war, dass Fußballerinnen immer auf die gleiche Weise wie Männer trainierten und daher keine Studie über die Vorteile eines zyklusspezifischen Trainings durchgeführt werden konnte.

Die Spieler sind jedoch bereits aufgeregt. Nati-Torhüterin Gaëlle Thalmann sagt gegenüber SRF, dass sie einen Einfluss des Zyklus auf ihre Leistung feststellt. Seine Teamkollegin Luana Bühler sagt: „Mit gezieltem Training kann ich nicht nur effektiver trainieren, sondern auch Verletzungen vermeiden.“

Für die GC ist es geplant, nicht aber für den FCB

In der Schweiz setzen Servette und Zürich auf fahrradbasiertes Training. Gerade beim Zürcher Meister ist nicht alles so detailliert wie bei der Nationalmannschaft. Der Club bietet den Spielern Werkzeuge, um ihren eigenen Zyklus zu erkunden. Der FCZ berichtet: “Wir trainieren immer mehr nach dem Menstruationszyklus.”

20 Minutes hat andere Frauen-Super-League-Klubs gefragt, warum sie es nicht tun. GC-Sportdirektorin Lara Dickenmann sagt: „Aufgrund des Trainerwechsels sind die Prioritäten zum Trainingsstart anders.“ Allerdings ist ein Training nach dem Zyklus geplant, auch weil es den Spielern gefallen würde. Beim FC Basel “nehmen sie Rücksicht auf die Zyklen der Spieler und bringen ihnen viel Verständnis entgegen, wenn sie Regelprobleme haben.” Der Verein hat jedoch keine Pläne, in naher Zukunft ein spezielles Training durchzuführen.

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