54 Tonnen Brot und 19 Tonnen Nudeln für hungrige Entdecker

BuLa: Das grösste Zeltlager der Schweiz nimmt Gestalt an

Der Bau des Bundespfadfinderlagers (BuLa) ist in vollem Gange. In nur einer Woche werden rund 30’000 Scouts auf 120 Hektar in Goms VS stationiert sein. Eine logistische Herausforderung für die Helfer.

15.07.2022

Wenn im Bundeslager der Entdecker 30.000 Münder satt werden sollen, fallen große Mengen an Lebensmitteln zusammen. Die einzelne Kühlstation ist so groß wie ein Schwimmbecken.

Ab dem 23. Juli wird der Kanton Wallis zum Pfadfinderkanton. 30’000 Scouts aus der ganzen Schweiz verbringen zwei Wochen auf dem Bundesplatz auf einer Fläche von rund 170 Fussballfeldern. Dies findet nur alle 14 Jahre statt und ist daher ein wichtiges Ereignis für die Pfadfinderbewegung.

Um ein Lager dieser Größe bewirtschaften zu können, bereitet es sich wochenlang vor. Dazu gehört auch die Gastronomie. Wenn das Motto des „Mittagessens“ „Spaghetti mit Tomatensoße für alle“ lautet, braucht es nur vier Tonnen Nudeln, 1,25 Tonnen geriebenen Käse und 5.000 Gallonen Tomatensoße.

Teil des Campingplatzes im Goms während der Bauphase am 14. Juli.

KEYSTONE / Laurent Gillieron

„So viele Menschen zu ernähren, ist eine logistische Herausforderung“, sagte Bundessprecherin Anja Walker alias Paya der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. „Die entsprechende Planung hat vor etwa vier Jahren begonnen, damit alles gut funktioniert.“ Der Migros-Einzelhändler ist seit drei Jahren fester Partner.

In den nächsten Wochen ist im Bundespfadfinderlager Goms jede Abteilung für die Verpflegung selbst verantwortlich. Damit es aber nicht an individuellen Speisen mangelt und die Versorgung planbar ist, hat das Organisationskomitee die Menüauswahl von vornherein eingeschränkt. Bei jedem Mittag- oder Abendessen konnten die rund 800 zuhörenden Abteilungen zwischen zwei Menüvorschlägen wählen.

Zelte von Freiwilligen, die beim Aufbau helfen. Ab dem 23. Juli werden 30’000 Scouts im Goms erwartet.

KEYSTONE / Laurent Gillieron

Nasi Goreng und Muschischnitte

Zur Auswahl standen typische Camp-Menüs wie Spaghetti, Käseschnitten, Nasi Goreng, Burger oder Waffelschnitten mit Apfelpüree. Bereits im April mussten Straßengruppen ein Online-Formular mit dem gewählten Menü ausfüllen und die entsprechenden Bestellungen aufgeben.

Die Menge an Lebensmitteln, die benötigt wird, um die Zelte der Stadt für Zehntausende von Einwohnern zu ernähren, ist beeindruckend. In den nächsten Wochen werden im Goms rund 800 Hörabteilungen mit bis zu 120 Personen insgesamt 54 Tonnen Brot, 19 Tonnen Nudeln, 15 Tonnen Reis, 41’000 Eisbergsalate, rund 19’000 Gurken, 14 Tonnen Karotten verzehren. , 19.000 Liter Tomatensauce, 7,5 Tonnen Apfelmus, um nur einige zu nennen.

„Weil auf umweltbewusstes Kochen geachtet wird, sind die Mahlzeiten grundsätzlich fleischlos“, sagt Walker. „Allerdings können einzelne Scouting-Abteilungen Fleisch als Option wählen, wenn sie dies wünschen.“

Pfadfinder bereiten das Mittagessen im letzten Bundeslager im Jahr 2008 zu.

KEYSTONE / Steffen Schmidt

Kühlstation so groß wie ein Pool

Die 800 Pfadfindergruppen können das gewünschte Essen zweimal täglich abholen. Morgens zum Mittagessen und nachmittags zum Abendessen. Die Verteilung der Lebensmittel erfolgt im zentralen Lagerbereich des alten Flugplatzes Ulrichen, dem sogenannten BuLavard. Es gibt eine riesige Kühlstation mit Abmessungen von 1100 Quadratmetern, etwa so groß wie ein olympisches Schwimmbecken.

Das Bundeslager verfügt außerdem über einen eigenen Laden, in dem Pfadfindergruppen zahlreiche Grundnahrungsmittel und insbesondere Ersatzprodukte für Vegetarier, Veganer oder Allergiker kaufen können.

Ein Pfadfinder wartet mit einem Teller und Besteck auf das Mittagessen, bevor er das Essen im Sommerhaus 2021 zurücklässt.

KEYSTONE / Urs Flüeler

Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung

Um möglichst wenig Lebensmittel zu verschwenden, haben die Organisatoren einige Vorkehrungen getroffen. So können haltbare Lebensmittel, die das Verteilzentrum oder den Laden am Hauptplatz nicht verlassen haben, an die Migros zurückgegeben werden.

Im Verteilzentrum oder Lager zurückgelassene verderbliche Lebensmittel werden in der Küche für Helfer und im Restaurant verwendet. Da pflanzliche Lebensmittel oft weniger verderblich sind als Fleischprodukte, war die vegetarische Menüwahl immer die Standard-Menüoption.

Darüber hinaus können Rohkost und verschlossene Behälter, die nicht gekühlt werden müssen, zwischen Scout-Abteilungen ausgetauscht werden. Hierfür steht ein Kommunikationskanal zur Verfügung. Bei der Auswahl von Obst und Gemüse achtete der Zuhörer darauf, dass diese beim Transport oder der Lagerung nicht brechen, also möglichst robust sind.

Pfadfinder kochen traditionell auf Feuer. (Archivbild)

KEYSTONE / Manuel Lopez

100 Köche für 5000 Rover

5.000 Freiwillige arbeiten für das Bundescamp. Die sogenannten Rover füttern im zentralen Lagerbereich. In der Rover-Küche arbeiten zur Hauptverkehrszeit täglich etwa 100 Menschen.

Während die Pfadfinder ihr Lager aufschlagen, kochen sie über dem Holzfeuer. Wenn der Kanton Wallis wegen Dürre Feuer verbietet, werden die Mahlzeiten im Gasherd zubereitet. Ambitionierte Gruppen sollten natürlich nicht auf einen Holzofen verzichten.

Mit über 48’000 aktiven Mitgliedern ist die Schweizerische Pfadfinderbewegung die grösste Jugendorganisation des Landes.

Pfadfinder*innen stellen sich zur Essensausgabe auf. (Archivbild)

KEYSTONE / Gaetan Bally

hkl, sda / Liebe

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