Der Favoritenkreis bei der Frauen-EM wird nicht verkleinert

Frankreich

Mit England und Deutschland sind sie zwei sehr aggressive und physisch unter Druck stehende Teams, die die Rivalen zweimal komplett zerstört haben. Die physische Überlegenheit der Franzosen gegenüber den Italienern war auch sehr sichtbar. Offenbar ist der Dirty-Attack-Modus eine Spielweise, mit der viele Teams so gut wie nie konfrontiert werden. Allerdings muss auch der Abschluss passen. Gegen Belgien wurden die Franzosen mit ihren Chancen vernachlässigt und mussten sogar ein Unentschieden hinnehmen. Am Ende reichte es gegen die giftigen Belgier zu einem knappen 2:1, bei dem Renard am Ende sogar einen Elfmeter verschoss.

Spanien

Trotz des 0:2 gegen Deutschland blieb nichts hängen. Die Spanier haben es in den letzten zwei Jahren geschafft, zu einem der besten Teams Europas aufzusteigen. Ballbesitz, ein Spiel mit kurzen Pässen: Das erinnert an die besten Zeiten der Herrenmannschaft und des FC Barcelona. Mit 67 Prozent Ballbesitz sind sie nach zwei Spielen die klare Nummer 1 vor England (60) und Frankreich (59). Angeführt wird das Team zudem von Barça-Spielern, die 2021 die Champions League gewannen und 2022 erst das Endspiel verloren. Sie mussten den Ausfall von Weltfußballerin Alexia Putellas verkraften, die sich im Training vor Turnierbeginn das Kreuzband riss .

Portugal

Die Überraschung des bisherigen Turniers, bei dem Portugal nur abrutschte, weil Russland ausgeschlossen war. Ein 0:2-Spiel gegen die Schweiz und einen Punkt verdient. Auch die Niederlande glichen nach dem 2:0 aus, obwohl ein Traumtor den Punktgewinn verhinderte. 2016, rund um die Teilnahme am ersten Turnier der Europameisterschaft, forderte der Verband die großen Männerklubs auf, eine eigene Mannschaft in die erste Liga zu schicken. Die Liga ist von 12 auf 16 Mannschaften angewachsen und spielt heute auch gegen Sporting Lissabon, Benfica Lissabon und Braga. Der Wettbewerb ist in Nord und Süd geteilt, am Ende werden gemeinsame Meisterschafts- und Abstiegsrunden gespielt. 2020 gab es in der Frauenliga nur noch 70 Profis, vermutlich Halbprofis, und ein Drittel der Spielerinnen wurde für ihre Arbeit bezahlt.

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