Klimageld bis 4000 Euro brutto?

Während Finanzminister Christian Lindner (FDP) noch rätselhaft ist, wie er die Neuverschuldung des Bundes von derzeit 139 Milliarden Euro (ohne „Sondervermögen“) der Bundeswehr auf etwa 8 Milliarden Euro im kommenden Jahr reduzieren kann, rät Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). ) schlägt einen Mehraufwand in Milliardenhöhe vor. Der SPD-Politiker will nicht nur das Einkommen der Bürger erhöhen, also die diskreditierte Grundsicherung („Hartz IV“) ersetzen, sondern sich auch auf Gruppen konzentrieren, die bisher nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fielen.

Das von ihm vorgeschlagene „soziale Klimageld“ soll an Singles mit einem Bruttomonatsgehalt von bis zu 4000 Euro und an Ehepaare mit weniger als 8000 Euro gezahlt werden. „Wir müssen eine Antwort geben, die über das aktuelle Hilfspaket hinausgeht“, sagte der SPD-Politiker der Funke Mediengruppe. Sie brauchen eine dauerhafte und konkrete Entlastung für alle mit niedrigem und mittlerem Einkommen: Arbeitnehmer, Rentner, Studenten und Auszubildende. Über die genaue Höhe des sozialen Klimageldes muss die Koalition noch sprechen.

Kritik an den Liberalen

Allerdings ist der Diskussionsbedarf in der Koalition größer, als Heil uns glauben machen möchte. Die von Lindner geführte FDP reagierte umgehend mit Kritik auf den Vorstoß des Arbeitsministeriums. Der Finanzminister wurde spöttisch zitiert: “Da Steuer- und Schuldenerhöhungen ausgeschlossen sind, bin ich gespannt auf Förderideen.” Außerdem schrieb er im Dienst Kurzmitteilungen: Kollege Hubertus Heil schlägt ganz neue Töpfe vor. “Warum nicht auf Bewährtes vertrauen?” Anpassung der einheitlichen Grundsicherungssätze an die Inflation und eine Reform der Lohn- und Einkommensteuer zur Entlastung der Arbeiterklasse und Verhinderung einer „kalten Progression“. Letzteres wird durch das Zusammenspiel von Inflation, Lohnanpassungen und progressiven Steuersätzen zunehmend zusätzlich belastet.

Begrüßt wurden dagegen die Vorschläge von Grünen-Chefin Ricarda Lang Heil. „Jetzt geht es darum, denjenigen ein besonderes Augenmerk zu schenken, die auch mit einmaligen Zuschüssen keine dauerhaften Belastungen tragen können, aber strukturelle Unterstützung brauchen“, sagte er.


Die Unterstützung durch den Paritätischen Wohlfahrtsverband lobte der Arbeitsminister. „Hubertus Heil hat mit dem einkommensabhängigen Klimazuschuss einen guten Vorschlag gemacht“, sagte Vorstandsvorsitzender Ulrich Schneider. Unabhängig davon sollten die Hartz-IV-Regelsätze überarbeitet werden. “Ein Inflationsausgleich reicht nicht mehr aus.” Im Koalitionsvertrag einigten sich SPD, Grüne und FDP darauf, statt der Grundsicherung einen Bürgerzuschuss einzuführen, allerdings ohne weitere Details. Sie haben sich nur ausdrücklich bereit erklärt, die neue Leistung für zwei Jahre ohne Zugang zu Bestandseigentum zu zahlen oder zu prüfen, ob eine Wohnung geeignet ist. Auch im Koalitionsvertrag heißt es: „Wir werden Schutzvermögen erhöhen und Bürokratie abbauen, digitalisieren und deren Prüfung pragmatisch vereinfachen.“

Offenbar will der Arbeitsminister die neu beschlossene Regelung nutzen, um die Leistungen deutlich auszuweiten. Er plant, eine andere Berechnungsgrundlage zu verwenden. „Mein Vorschlag ist, dass wir die unteren 30 Prozent statt der unteren 20 Prozent des Einkommens als Grundlage für Einfamilienhäuser nehmen“, kündigte Heil an. Konkret hieße das auch: „Damit können wir garantieren, dass die Regeleinkommen pro Person und Monat etwa 40 bis 50 Euro über denen der Grundsicherung liegen.“ Monat. Bei bedürftigen Gemeinden kommen für den zweiten Erwachsenen 404 Euro hinzu. Für Kinder liegen die Regelsätze je nach Alter zwischen 285 und 360 Euro. Es gibt auch Vorteile für Unterkunft und Heizung.

Ordnung des Koalitionsvertrages

Pascal Kober, arbeitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, zeigte sich überrascht vom Auftritt des SPD-Politikers. Die Reihenfolge des Koalitionsvertrags ist klar. „Statt das Regelwerk zu diskutieren, müssen die zusätzlichen Einnahmemöglichkeiten für Hartz-IV-Empfänger gerechter gestaltet werden“, forderte er. Er verwies auf den Überweisungsabzug in der Grundsicherung für auf eigene Rechnung verdientes Geld. Lediglich Nebeneinkünfte bis 100 Euro sind abzugsfrei. Ab höheren Beträgen bis 1.000 Euro werden 80 Prozent von der Hartz-Leistung angerechnet, alle darüber hinaus sogar 90 Prozent. Das mache die Menschen vom Sozialstaat abhängig, statt ihn zu fördern, sagte Kober. Würde man ihnen nur 15 Cent mehr als einen Euro geben, hätte man künftig 52 Euro mehr im Portfolio eines Minijobs. Daher sollte die Verbesserung der Berufseinstiegsmöglichkeiten im Mittelpunkt der Reform stehen.

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