Nach einem weiteren Protest wurde Ovsyannikova vorübergehend festgenommen

Stand: 18.07.2022 02:01 Uhr

Nach einer zweiten Protestaktion gegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine ist die Fernsehjournalistin Ovsyannikova vorübergehend festgenommen worden. Jetzt ist er wieder frei.

Die Journalistin Marina Owsjannikova, die durch ihre Protestaktion in einer Live-Fernsehsendung gegen den Militäreinsatz in der Ukraine bekannt wurde, ist in Russland festgenommen worden. Laut seinem Anwalt stand die Festnahme “irgendwie” im Zusammenhang mit Ovsyannikovas erneutem Protest vor einigen Tagen.

Auch das Bürgerrechtsportal „OVD-Info“ in Moskau und die Organisation Cinema for Peace in Deutschland meldeten die Festnahme. Der ehemalige Mitarbeiter des ersten russischen Senders wurde zur Polizeistation Krasnoselsky in Moskau gebracht. Über Nacht meldete „OVD-Info“ unter Berufung auf den Anwalt, Ovsjannikova sei wieder auf freiem Fuß.

Neue Protestaktion am Freitag

Owsjannikowa, 44, demonstrierte vor wenigen Tagen allein in der Nähe des Kremls, hielt ein Plakat hoch, auf dem sie den russischen Einsatz in der Ukraine kritisierte und Präsident Wladimir Putin einen “Mörder” nannte.

Am Freitag postete Ovsyannikova Fotos von ihr während der Kampagne im Onlinedienst von Telegram. Diese öffentlichen Äußerungen sind in Russland als Veröffentlichung von “Falschinformationen” und “Verunglimpfung” der Armee strafbar. Sie können zu langen Haftstrafen verurteilt werden.

Spektakuläre Action im Live-TV

Ovzyannikova trat am 14. März während der Nachrichtensendung Pervy Kanal “Vremja” hinter der Moderatorin auf. Ovzyannikova, die selbst als Redakteurin des Senders arbeitete, zeigte in die Kamera ein Schild mit der Aufschrift: “Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Sie belügen euch hier.” Er rief auch “Stoppt den Krieg!” bevor die Live-Übertragung endete.

Aus diesem Grund erlangte der bis dahin als linientreu geltende Verleger weltweite Anerkennung. Gegen Russland wurden Bußgelder verhängt. Nach der Aktion lebte er einige Zeit im Ausland und berichtete der deutschen Zeitung „Welt“.

Anfang Juli kündigte er seine Rückkehr nach Russland an, um einen Streit um das Sorgerecht für seinen Sohn beizulegen.

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