SP-Jositsch verliest in Berset die Krawallaktion wegen der Fluchtfrage

“Es gibt wirklich nichts zu verteidigen”

SP-Jositsch verliest in Berset die Krawallaktion wegen der Fluchtfrage

Zum peinlichen Berset-Flugzwischenfall schweigt die SP-Führung lieber. Nicht so bei SP-Landesrat Jositsch. Er kritisiert das Verhalten seines Bundesrates in mehrfacher Hinsicht.

Gepostet: vor 38 Minuten

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Aktualisiert: vor 30 Minuten

Der Vorfall ist peinlich, nicht nur für Alain Berset, sondern auch für seine Partei. Seit Jahren pflegt der Bundesrat der SP seine Leidenschaft fürs Fliegen aus eigener Kraft. Aufgrund eines Flugfehlers, der zum Einsatz der französischen Luftwaffe führte, weiss dies nun die ganze Schweiz.

Berset weist den Vorfall als „Privatsache“ ab und will sich daher nicht persönlich zu dem Vorfall äußern. Und selbst das SP-Management hält lieber die Klappe.

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Jositsch glaubt, es sei keine Privatsache

Nun gibt es aber auch Kritik aus den eigenen Reihen des Unternehmens. Der Ständerat der Zürcher SP Daniel Jositsch (57) verliest seinem Bundesrat im «Sonntalk» des CH-Mediensenders die Krawalltat. „Da gibt es wirklich nichts zu verteidigen“, sagt der Schwergewichts-SP auf die Frage nach der Flugthematik.

Angesichts der aktuellen Energiekrise und des Klimaschutzes ist es für ihn unverständlich, dass Berset in seiner Freizeit einen Privatjet fliegt. „Und wie es zu dem Vorfall kam, ist eine andere Sache“, sagt Jositsch.

Der Bundesrat widerspricht zudem, dass der Vorfall nicht von öffentlichem Interesse sein dürfe. «Wenn ein Bundesrat oder ein Schweizer einen Militäreinsatz mit einem Flugzeug im Ausland provoziert, ist das eine öffentliche Angelegenheit», sagt der Ständerat. Rücktrittsforderungen, wie sie seit der jüngsten Berset-Affäre laut wurden, hält er allerdings für übertrieben. «Wir müssen aufpassen, Bundesräte an ihren politischen Leistungen zu messen», sagt Jositsch. Die Bewertungen sind in Ordnung, aber dafür nach dem Ausgang zu fragen, macht keinen Sinn.

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“Ich habe kein Vertrauen in diese Person”

Jositsch wählt klare Worte, um sich an seinen eigenen Bundesberater zu wenden. Noch deutlicher wird jedoch SVP-Nationalrätin Monika Rüegger (54). Er wirft Berset im “Sonntalk” Doppelmoral vor, und nicht nur das. Für sie ist Berset “unerträglich” geworden. Er wisse nicht, wie SPler das Jahr als Bundespräsident verbringen wolle, das ihm 2024 entspreche. „Ich habe kein Vertrauen mehr in diese Person.“

Zurückhaltender, aber auch äusserst kritisch ist der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller. Angesichts der Häufung von Skandalen um seine Person befürchtet er, dass Berset an Boden verlieren wird. Er hofft, dass Berset mit sich selbst klarkommt. “Haben Sie noch genug Energie, um sich mit den Ordnern auf Ihrem Desktop zu beschäftigen?” Der Innenminister soll solche Beweise in den kommenden Wochen vorlegen. Müller spricht zur AHV-Abstimmung im September. Und wo dem Hobbypiloten eine Fehllandung droht. (lha)

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