Unternehmen klagen über einen prekären Lehrlingsmangel

Geschäft

Die Lernsituation in Salzburg ist prekär: Aktuell sind sieben Lehrstellen offen. Diese Diskrepanz könnte sich bald verschärfen, weshalb Lehrer bereits jetzt verschiedene Anreize setzen müssen, um junge Leute zu gewinnen.

30.05.2022 05.30

Ab heute, 5.30 Uhr online

Die Bäckerei Bauer in Mühlbach am Hochkönig (Pongau) hat insgesamt zwölf Filialen in Salzburg und sucht dringend fünf Bäckerlehrlinge, bis zu zehn Lehrlinge für den Verkauf und zwei Lehrlinge für das Büro.

Bäckerei: zwölf offene Stellen, kein Interesse

Im Pongau stellt sich jedoch kein einziger Akteur den offenen Stellen gegenüber. Eine solche Situation habe das Unternehmen in vierter Generation noch nie erlebt, sagt Bäcker Wolfgang Bauer. Da hilft es auch nicht, dass es finanzielle Anreize, Führerscheinhilfen, gute Schulnoten und anderes gibt.

ORF.at/Georg Hummer Auf der Messe wirbt die Bäckerei um Lehrlinge

Doppelt so viele offene Lehrstellen wie 2021

Derzeit gibt es im Land Salzburg 208 Lehrlinge mit 1.415 offenen Lehrstellen. Im Vergleich zum Vorjahr sind derzeit doppelt so viele Stellen zu besetzen. Das Arbeitsmarktservice (AMS) prognostiziert, dass sich die Lücke bald weiter vergrößern wird, da im Sommer 1.100 offene Lernplätze mit den geplanten Ausbildungsberufen an den Start gehen werden.

AMS will Menschen über 18 Jahren für Praktika gewinnen

Daher bezeichnet das AMS die Situation bereits als sehr prekär und versucht nun, mehr als 18 Jahre fürs Lernen zu verdienen. Insgesamt gebe es aber trotz der guten langfristigen Berufsaussichten zu wenige Lerninteressierte, sagt AMS-Landesgeschäftsführerin Christa Schweinberger.

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