BR-CLASSIK

Bregenzer Festspiele 2022 „Madame Butterfly“ auf einem Zettel

18.07.2022 von Dorothea Husslein

Seit 76 Jahren faszinieren die Bregenzer Festspiele ein breites Publikum mit einer großen Freilichtoper. In diesem Jahr beginnt die Festivalsaison am 20. Juli. Bis zum 21. August wird ein abwechslungsreiches Programm mit rund 80 verschiedenen Veranstaltungen geboten, zu denen mehr als 200.000 Besucher erwartet werden. In diesem Jahr gibt es auf der berühmten Seebühne sozusagen eine Doppelpremiere: Puccinis Liebesdrama „Madame Butterfly“ wird erneut inszeniert. Eine Premiere für Bregenz. Dorothea Husslein bietet einen Weltblick auf die Bregenzer Landschaften.

Bildnachweis: BR / Gino Thanner

Wer sich Bregenz dieses Jahr mit Bahn oder Auto auf der Seeuferstraße nähert, wird anders als in den Vorjahren keine spektakuläre Bühnenskulptur, wie den riesigen Clownskopf „Rigolettos“, sehen. Erst von der Tribüne des Festspielhauses erscheint die Kulisse von Puccinis Kammeroper, diesmal 23 Meter hoch und 33 Meter breit: Federleicht scheint ein großes Blatt Papier ausgebreitet leise über dem Bodensee zu schweben. auf einer Fläche von 1.300 Quadratmetern.

Ebenfalls in Bregenz dabei: One

Die Seeszene der Bregenzer Festspiele von der Seite gesehen | Bildquelle: BR / Gino Thanner Im vorderen Bereich befindet sich die Hauptspielfläche für die Sänger. Teile der steilen Bodenwand werden von einer Akrobatikgruppe genutzt. Für Regisseur Andreas Homoki und seinen Bühnenbildner Michel Levin zählt auf der Seebühne vor allem die innere Dramatik. Hier passiert etwas unglaublich Zartes und Zartes, sagt Levin. „Letztendlich ist das ein Bild für dieses Stück, und das ist alles, was wir brauchen, damit sich die Charaktere gut bewegen.“

Bregenzer Festspiele 2022

Die 76. Bregenzer Festspiele 2022 werden am 20. Juli 2022 mit Puccinis Neuinszenierung von „Madame Butterfly“ eröffnet. Regie führte Andreas Homoki, Intendant des Opernhauses Zürich. Die Wiener Symphoniker, beheimatet im Festspielhaus Bregenz, spielen abwechselnd unter der Leitung von Enrique Mazzola und Yi-Chen Lin. Die Bregenzer Festspiele laufen in diesem Jahr bis zum 21. August 2022. Alle Informationen und das Programm finden Sie auf der Website der Bregenzer Festspiele.

Ein optisches Highlight für die Intendantin Elisabeth Sobotka

Gute japanische Schrift zieht sich durch dieses filigran wirkende Blatt Papier. Vergleichen Sie dies mit Pinkerton, dem ungestümen Amerikaner, der nicht nur diese Rolle zerstört, sondern auch das Leben und die Hoffnung von Cio-Cio-San, Madame Butterfly. Gleichzeitig repräsentiert dieses Blatt die große Seele von Cio-Cio-San und seine Einsamkeit. Und die wird durch innovative Video- und Lichttechnik magisch dargestellt.

Das wird ein ganz, ganz besonderes visuell-ästhetisches Event.

Direktorin Elisabeth Sobotka

Regisseur Homoki: „ein sehr starkes emanzipatorisches Werk“

Die Seekulisse der Bregenzer Festspiele von oben | Bildquelle: BR / Gino Thanner Die Kostüme spiegeln die Farben der untergehenden Sonne wieder, die abends im Bodensee versinkt, was natürlich wieder in die Produktion integriert wird. Der amerikanische Soldat kommt mit dem Boot. Und Wasser spielt in mehreren Szenen eine Rolle, wenn Regisseur Andreas Homoki seine Vision von der großen Figur der Tragödie, Madame Butterfly, zeigt. Für Homoki ist sie eine junge Frau, die unglaublich konsequent und radikal das Ziel verfolgt, aus einer Welt herauszutreten, in der sie keine Erfüllung findet. „Für mich ist das wirklich ein sehr starkes Emanzipationswerk einer jungen Frau, die eigentlich auf verlorenem Posten steht. Und doch postuliert sie für sich diese Aussage: Ich will anders leben und ich will selbstbestimmt leben“, sagt sie Regisseur Homoki. .

Es ist unglaublich stark, es ist ergreifend und wirkungsvoll, und das versuchen wir zu zeigen.

Show: „Allegro“ am 19.07.2022 um 06:05 Uhr bei BR-KLASSIK

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