Nachfolger des 9-Euro-Scheins Städtebund dafür, Kreistag dagegen

Stand: 18.07.2022 10:14 Uhr

365 Euro im Jahr oder 29 im Monat? Auf dem Tisch liegen mehrere Vorschläge für eine 9-Euro-Ticketverfolgung. Unterstützung kommt auch vom Städtebund, der Kreistag glaubt jedoch nicht an eine Verlängerung.

Die Diskussion über eine Anschlussregelung für das 9-Euro-Ticket des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) geht weiter. Der Gemeindeverband unterstützt dauerhaft die Vorschläge für eine einheitliche nationale Ebene und ein wirtschaftliches Ticket. “Bürger haben ein großes Interesse daran, Busse und Bahnen in ganz Deutschland ohne Tarifdschungel nutzen zu können. Das zeigen auch die Erfahrungen mit dem 9-Euro-Ticket”, sagte Konzernchef Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke-Gruppe. . Das Beispiel Österreich zeigt auch, dass ein 365-Euro-Schein eine breite Akzeptanz findet.

„Ohne in den Zolldschungel alter Zeiten zurückzukehren“, so Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin zum erwarteten Ende der 9-Euro-Banknote

tagesschau24 15:30, 18.7.2022

Dieses Modell wird auch als möglicher Nachfolger des 9-Euro-Scheins diskutiert, der voraussichtlich drei Monate hält und Ende August ausläuft. CSU-Chef Markus Söder hat sich am Wochenende für das 365-Euro-Ticket ausgesprochen, das für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Deutschland gelten soll. Aber auch andere Vorschläge liegen auf dem Tisch: Verbraucherzentralen etwa haben kürzlich ein monatliches Abo von 29 Euro vorgeschlagen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) entschied am Donnerstag für ein nationales Ticket um 69 Euro.

“Es hat viel Staatsgeld verbrannt”

Doch es gibt auch Gegenwind: Der Deutsche Kreisverband lehnt eine generelle 9-Euro-Ticketverlängerung, in welcher Form auch immer, ab. „Ich halte nichts von Vorschlägen zur Verlängerung des 9-Euro-Scheins oder von Nachfolgemodellen wie dem 365-Euro-Jahresschein“, sagte der Kreistagsvorsitzende Reinhard Sager (CDU) den Funke-Zeitungen. 2,5 Milliarden Euro benötigte die öffentliche Hand, um das aktuelle Ticket anderweitig zu finanzieren. “Es wurde viel staatliches Geld verbrannt, das man besser in Zeit und Ausstattung hätte investieren können.”

Fast alle sind sich einig, dass mehr Geld für den Ausbau des Nahverkehrs benötigt wird. Der Leiter des Städtebundes Landsberg forderte die Bundesregierung zudem auf, ihre Bemühungen um einen verbesserten Ausbau von Bus- und Bahnlinien fortzusetzen. “Leider reichen die derzeitigen Mittel nicht aus.”

Bundes- und Landeshaushalte sind entscheidend

Bundesverkehrsminister Volker Wissing zeigte sich erfreut über die zahlreichen Anregungen für ein mögliches Anschlussticket. „Wir werden das alles genau prüfen und bewerten, wir werden auch eigene Modelle berechnen und die Bundesländer konsultieren. Wir müssen genau hinschauen, zu welchem ​​Preis dieses Ticket deutschlandweit angeboten werden könnte“, sagte der FDP-Politiker der Mediengruppe Funke. Ziel ist es, Klarheit bei den Tarifen zu schaffen und das ÖPNV-Angebot so einfach und attraktiv wie möglich zu gestalten. „Am Ende muss es natürlich in die Haushalte der Länder und des Bundes passen“, machte Wissing deutlich.

Ein mögliches Nachfolgeticket bietet laut Umweltverband Greenpeace Antworten auf zwei drängende Probleme: Es entlaste die von der Energiekrise betroffenen Haushalte erheblich und fördere den Klimaschutz im Straßenverkehr, sagte Greenpeace-Verkehrsexpertin Marissa Reiserer.

Greenpeace will klimaschädliche Subventionen abschaffen

Laut Greenpeace-Umfragen könnte die Verkehrsverlagerung durch dieses Ticket die CO2-Emissionen um zwei bis sechs Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren. Je nach Ticketpreis könnten Haushalte mehrere Hundert Euro im Monat sparen. Bei der Finanzierung schlägt Greenpeace vor, klimaschädliche Subventionen wie die Pendlerpauschale abzuschaffen.

Bis Ende August können Bahnreisende den Nahverkehr bundesweit für neun Euro im Monat nutzen. Die vergünstigte Ticketfinanzierung ist Teil der Hilfspakete der Bundesregierung als Reaktion auf den drastischen Preisanstieg in nahezu allen Lebensbereichen.

Pläne zur Nachfolgeregelung des 9-Euro-Scheins

Ingrid Bertram, WDR, Tagesschau um 14:00 Uhr, 18.07.2022

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *