Hat Roger Federer 200 Millionen Dollar verloren?

Federers Investitionen in das Schweizer Unternehmen “On” haben noch keine Früchte getragen.

Bild: KEYSTONE

Derzeit widerstehen nur wenige Aktien der Finanzmarktsituation. Darin nicht enthalten ist die Sicherheit des Schweizer Schuhherstellers „On“. Ein Zahlenspiel.

„Wenn du nicht mehr konkurrenzfähig bist, ist es besser aufzuhören“, verkündete Tennis-Ikone Roger Federer kürzlich und machte seinen Fans trotz der angekündigten Rückkehr im Herbst noch einmal deutlich, dass seine glanzvolle Karriere bald enden soll.

Sobald der 20-fache Grand-Slam-Sieger in den Ruhestand geht, beginnt auch der schier endlose Preisstrom, der seit mehr als 20 Jahren aus den Portfolios zahlreicher Turnierveranstalter in Federers Konten geflossen ist. Und während der 40-Jährige schon längst für mehr als ein Leben hätte vorsorgen sollen, schmiedet ein kluger Finanzier wie der Basler Bieter folgerichtig einen ausgeklügelten Plan für sein „Leben im Ruhestand“.

Dazu soll auch die Investition in den Schuhmarkenhersteller „On“ gehören, wo Federer 2019 als Investor und Botschafter der Marke einstieg. Bisher hat sich die Investition für den ersten Tennis-Milliardär der Geschichte jedoch nicht ausgezahlt.

Die Aktie des im vergangenen September an die Börse gegangenen Unternehmens notiert aktuell über dem Allzeittief vom Juni 2022. Seit dem Börsengang im vergangenen Herbst ist die „On“-Aktie um 38,95 Dollar auf 17,37 Dollar gefallen (Schlusskurs 18. Juli). Das ist ein Rückgang von mehr als 55 Prozent. Das liegt neben der allgemeinen Lage am Finanzmarkt auch an der Covid-Pandemie, dem Ukrainekrieg und den anhaltenden Lieferengpässen.

Über wie viele Aktien Federer genau verfügt, ist nicht bekannt. «Das Stück war gross genug», verriet das Tennis-Ass 2019 gegenüber der «NZZ». Schätzungen zufolge liegt der Anteil der Swiss bei knapp drei Prozent des Aktienvolumens. Würde es keine verkaufen, würde es derzeit einen Verlust von etwa 200 Millionen US-Dollar ausmachen. Allerdings muss man sagen, dass Federer die Wertpapiere schon lange vor dem Börsengang und damit zu einem Preis kaufen konnte, der wohl deutlich unter 38,95 US-Dollar lag.

Zudem wurde der Rückgang des Aktienkurses etwas durch die Aufwertung des Dollars ausgeglichen, der im Vergleich zum September 2021 rund fünf Cent teurer ist als der Schweizer Franken. Federers Verlust wird mit rund 9 Millionen Dollar auf ein Minimum reduziert. Und: „Where“ ist am US-Aktienmarkt gut in den Dienstag gestartet. Der Anteil der Schuhmarke an der Marke stieg kurz nach Verhandlungsbeginn um mehr als zwei Prozent.

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