Veröffentlicht20. Juli 2022, 4:52 Uhr
Strohballenpressen: Vier identische Brände in nur zwei Wochen
Innerhalb von zwei Wochen meldeten verschiedene Kantonspolizeien vier verschiedene Brände mit der gleichen Ursache: In allen Fällen fingen die Strohballenpressen Feuer.
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Ein 27-jähriger Mann in Hörhausen TG war gerade damit beschäftigt, Rundgeschosse zu pressen, als er plötzlich einen Brand im Wohnwagen bemerkte.
Kapo TG
Die Feuerwehr Homburg ist mit zwei Dutzend Feuerwehrleuten zum Einsatzort geeilt.
Kapo TG
In einem Getreidefeld bei der Spreitbach AG geriet eine Verpackungspresse in Brand. Das Feuer breitete sich auf das Stoppelfeld aus.
Kapo AG
Allein im Juli meldete die Kantonspolizei mehrerer Kantone insgesamt vier Brände auf den Feldern. Die vier Situationen waren identisch. Dabei geriet jeweils eine Strohballenpresse in Brand und in drei von vier Fällen griff das Feuer auf das Feld über. Zwei Fälle, die sich beide am Montag ereigneten, betrafen zwei 27-jährige Bauern im Kanton Thurgau.
Zwei weitere Fälle gab es am 9. Juli in Wilchingen SH und am 14. Juli in Spreitbach AG. Als Brandursache, die im Vordergrund steht, meldet die Polizei des jeweiligen Kantons einen technischen Defekt. Lediglich beim Kanton Schaffhausen wurde eine Person verletzt. Sie wurde wegen Verdachts auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Alle anderen erlitten Schäden in Höhe von Hunderten bis Tausenden von Schweizer Franken.
„Ein weggeworfener Zigarettenstummel reicht“
„Bei hohen Temperaturen kann die Maschine überhitzen und anfangen zu brennen“, sagt Beat Meier, stellvertretender Geschäftsführer des Landwirtschaftsverbandes Thurgau (VTL). Die Felder bestehen aus leicht entzündlichem Getreidestroh. Dies stellt ein besonders erhöhtes Risiko dar. “Nur eine weggeworfene Zigarettenkippe würde ausreichen, um ein Feuer auf einem Feld anzuzünden.”
Es ist schwer zu sagen, ob Sie eine Überhitzung der Strohballenpresse verhindern können. „Auf jeden Fall muss man regelmäßig den Luftfilter wechseln und eine Abkühlpause der Maschine einlegen“, sagt Meier. Sobald ein Feld brennt, wird das gesamte Bodenleben in den oberen Bodenschichten getötet. Infolgedessen kann in den nächsten zwei oder drei Wochen nichts auf dem Feld wachsen.
Die Feuerwehr macht sich keine Sorgen
Martin Stocker, der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Lauchetal, erklärt, dass die bisherigen Zahlen nicht zu einer Zunahme der Feuerwehreinsätze geführt hätten. „Brände werden in den sozialen Medien einfach mehr gemeldet als sonst, aber die Zahlen zeigen bisher keine Zunahme“, sagt Stocker.
Fälle wie dieser gehören für Feuerwehrleute zum Alltag und werden darauf vorbereitet. „Grundsätzlich hat die Dürre Auswirkungen auf die Feuerwehr“, sagt Stocker. Die Feuerwehr hält Wasserreserven bei den Landwirten im Laufe der Zeit während eines Niederschlagsdefizits bereit.
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