Bei den Elektroautoherstellern herrscht Aufbruchstimmung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren wachsen die Verkaufszahlen und Elektrofahrzeuge legen im zweistelligen Prozentbereich zu. Daher versuchen derzeit alle Marken, sich gegenseitig zu übertrumpfen und mit noch mehr Autonomie und noch besseren Fahrleistungen zu punkten, um ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Ein Ass im Ärmel könnte jedoch in Zukunft ein ganz neues Feature sein: bidirektionales Laden. Denn das eröffnet ganz neue Möglichkeiten.
Derzeit können nur wenige Elektroautos bidirektional laden. Das heißt, Strom nicht nur „füllen“, sondern speichern und an beliebige Geräte weitergeben. Der Genesis GV60 ist eines der ersten Modelle, das dies kann. Natürlich werden wir es versuchen. Also einen Laptop anschließen oder ein anderes Auto aufladen? Zu normal. Da aber wieder Grillsaison ist, haben wir uns entschieden, statt einer langen Fahrprüfung, zum Grillen im Grünen vorbeizuschauen und eine Bratwurst oder einen Burger auf dem Grill zu braten.
Der passende Adapter für den Ladeanschluss des Autos liegt dem Genesis GV60 bei. Man kann also nicht viel falsch machen. Zuerst den Stecker an den Ladeanschluss des Autos anschließen, dann den Kühlergrill einstecken und buchstäblich um die Wurst herumgehen. Nach ein paar Minuten ist der Grill heiß, wir legen Würstchen, Burger und Gemüse auf. Übrigens müssen Sie keine Angst haben, dass Ihnen die Akkuleistung ausgeht. Zum einen war der Akku nach Erreichen des Ziels fast voll. Schließlich ist der Genesis GV60 dank 800-V-Technologie am Schnellladegerät in nur 18 Minuten von zehn auf 80 Prozent aufgeladen. Andererseits funktioniert das bidirektionale Laden ohnehin nicht mehr, wenn der Akku bereits unter einer bestimmten Marke, etwa 20 Prozent, liegt, und so heißt es eine halbe Stunde später „Guten Appetit“: bidirektionales Laden ist einfacher als gedacht. Und verlorene Zeit können wir leicht wieder aufholen. Immerhin hat der Genesis GV60 rund 490 PS unter der Haube, beschleunigt in nur 4,0 Sekunden auf 100 km/h oder in 2,5 Sekunden von 80 auf 120 km/h. Und sollte es fürs Abendessen nicht reichen – wir hätten sowieso alles dabei.