CO2-Speichermethode in Bakterien entdeckt

Forscher haben in einem Bakterium ein Enzym abgebaut, das eine effiziente CO2-Bindung ermöglicht. Das Team hofft, dass dies neue Wege zur Speicherung von Treibhausgasen eröffnen wird.

21.07.2022 10.45

Online ab heute, 10.45 Uhr

Das Enzym HDCR bildet aus Wasserstoffgas (H2) und Kohlendioxid (CO2) Ameisensäure. Dies ermöglicht eine effiziente und langfristige Speicherung von CO2, was angesichts der sich ständig verschärfenden Klimakrise wichtig sein könnte.

Die Ergebnisse des Forschungsteams des Biozentrums der Universität Basel und der Universitäten Frankfurt am Main und Marburg wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Das Enzym HDCR stammt aus dem Bakterium Thermoanaerobacter kivui, das 1981 im Kiwu-See in Zentralafrika entdeckt wurde.

Die Drahtstruktur funktioniert wie ein Nanodraht

Das wärmeliebende Bakterium lebt fernab von Sauerstoff auch in der Tiefsee. Forscherteams unter Leitung der Universität Frankfurt ist es gelungen, die besondere Struktur des Enzyms zu entschlüsseln. Laut der Sendung besteht es aus ungewöhnlich langen, ineinander verschlungenen Filamenten.

Diese drahtartige Struktur fungiert offensichtlich als elektronenleitendes Nanokabel, das für die Hochgeschwindigkeitsbindung der beiden Gase verantwortlich ist. Diese chemische Reaktion läuft in diesem Enzym effizienter ab als in allen bisher bekannten chemischen Katalysatoren.

„Die in HDCR gefundenen Strukturen zeigen uns neue Wege, CO2 zu binden und H2 als Energiequelle zu nutzen“, sagt Ben Engel, Leiter der Forschungsgruppe Biozentrum Basel. Die Ergebnisse würden auch die Bedeutung der wissenschaftlichen Grundlagenforschung an verschiedenen biologischen Organismen zeigen.

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