Die Europäische Zentralbank hat auf die hohen Preissteigerungsraten mit einer relativ hohen Zinserhöhung reagiert und damit die Erwartungen der meisten Marktteilnehmer erfüllt.
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Die Europäische Zentralbank gab ihre Entscheidungen am Donnerstag um 14.15 Uhr bekannt. Die Hauptrefinanzierungs- und Einlagenzinsen sowie der Höchstrefinanzierungssatz seien jeweils um 50 Basispunkte auf 0,50 Prozent, 0,00 Prozent und 1,00 Prozent erhöht worden, berichtet Ulrich Wortberg von Helaba Research & Advisory unmittelbar nach der Zinsentscheidung.
Advanced Guidance wurde mehr oder weniger abgeschafft. Eine weitere Normalisierung der Zinsen wird laut Helaba in den anstehenden Sitzungen des EZB-Rates angezeigt sein. Letztlich werden aber Entscheidungen von Meeting zu Meeting aufgrund der Datenlage getroffen. Der EZB-Rat hat sich außerdem auf ein Anti-Fragmentierungs-Instrument (Transmission Protection Instrument, TPI) geeinigt, um einen übermäßigen Anstieg der Spreads der EWU-Peripherie zu vermeiden. Weitere Informationen hierzu folgen seitens der EZB. Helaba-Rating Die EZB hat erstmals seit 2011 die Leitzinsen angehoben und die Leitzinsen entgegen ihrer Guidance um 50 Basispunkte angehoben. erhöht Auch bei der nächsten Sitzung im September wird mit einem Zinsanstieg gerechnet, wobei eine Bewegung um 50 Basispunkte nicht ausgeschlossen werden kann. Die EZB leitet die Zinswende in einer sehr schwierigen Zeit ein. Einerseits setzt die Inflation von 8,6 Prozent, die deutlich über dem Ziel der EZB liegt, Handlungsdruck auf die Währungshüter, andererseits haben die konjunkturellen Risiken zugenommen. Es gibt hohe Rohstoffpreise und Versorgungsängste, Lieferengpässe und geopolitische Unsicherheiten. Letztlich scheine sie aber stärker auf Preisniveaustabilität bedacht zu sein, weshalb weitere Zinserhöhungen zu erwarten seien, stellt die Helaba fest. Beim TPI bleibt abzuwarten, wie er aufgebaut ist und ob das Instrument die Marktteilnehmer überzeugen kann. Die Regierungskrise in Italien könnte bereits ein Comeback-Test für das neue Instrument sein. Mit der Aussicht auf Neuwahlen sind die Spreads zuletzt deutlich gestiegen. Unmittelbare Marktreaktionen Bund-Futures notierten am frühen Nachmittag deutlich niedriger bei 149,80, während der Euro höher bei 1,0248 US-Dollar handelte. Kurz nach der EZB-Entscheidung fiel der DAX um 0,6 Prozent auf 13.207 Punkte. (huh)