Inflation und weniger Anbau Die schwächste Erdbeerernte seit 24 Jahren

Stand: 21.07.2022 13:01

Das Statistische Bundesamt prognostiziert Deutschlands schwächste Erdbeerernte seit 1998. Mangelnde Nachfrage und niedrige Preise haben offenbar viele Landwirte davon abgehalten, einen Teil ihrer Früchte überhaupt zu ernten.

In diesem Sommer wird die externe Ernte von Erdbeeren in Deutschland laut Statistischem Bundesamt voraussichtlich 91.300 Tonnen betragen. Bestätigt sich diese vorläufige Schätzung, wäre es der niedrigste Wert seit 24 Jahren: Damals, im Jahr 1998, wurden 81.500 Tonnen Erdbeeren geerntet.

Mit dem nun für 2022 geschätzten Wert würde die den Feldern entnommene Menge fünf Prozent unter der bereits sehr geringen Erdbeerernte des Vorjahres von rund 96.000 Tonnen liegen. Zum Vergleich: In den Jahren 2016 bis 2021 lag die durchschnittliche Ernte bei 115.600 Tonnen.

Keine Erdbeeren wegen Inflation?

„Einer der Gründe für diese Entwicklung ist die Reduzierung der Freiland-Erdbeeranbaufläche auf rund 9.700 Hektar im ganzen Land. Das ist der niedrigste Wert seit der Jahrtausendwende“, erklärte das Statistische Bundesamt und wies darauf hin den Rückgang der Fläche im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent aus. „Ein weiterer Grund könnte der Rückgang der Nachfrage nach lokal angebauten Erdbeeren sein.“

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hatte bereits Ende Mai darauf hingewiesen, dass einige Landwirte die Erdbeerernte aufgeben, weil es sich einfach nicht mehr lohnt. Die Kaufzurückhaltung ist unter anderem auf Inflationseffekte zurückzuführen: Viele Produkte des täglichen Bedarfs sind teurer geworden, sodass Kunden bestimmte Lebensmittel wie Erdbeeren meiden.

Auch weniger Spargel

Auch die Spargelernte wird sich nach ersten Schätzungen in diesem Jahr auf rund 113.100 Tonnen reduziert haben. Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten sechs Jahre dürfte der Rückgang knapp zehn Prozent betragen, gegenüber dem Vorjahr soll der Rückgang laut Statistikern bei fünf Prozent liegen. Wie bei Erdbeeren könnte auch die sinkende Nachfrage nach Stangengemüse der Grund gewesen sein.

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