Der heißeste Job der Schweiz: So überstehen Kuriere die Hitze unbeschadet

Bei dieser Hitze sind sie weiß Gott nicht zu beneiden: Hunderte Biker, die trotz sengender Sonne und heißem Asphalt durch die Städte des Landes rennen. Immer am Ball. Denn in diesem umkämpften Business zählt auch im Hochsommer jede Minute.

Zum Beispiel, wenn Kunden mit Just Eat eine Pizza und einen frischen Salat zum Mittagessen ins Büro bestellen. Der Branchenprimus unter den Lebensmittelkurieren hat einen „Aktionsplan“ für heiße Tage. «Wir sensibilisieren unsere Fahrer für Vorsicht», sagt eine Blick-Sprecherin. „Wer sich aufgrund hoher Temperaturen unwohl fühlt, sollte sofort eine Pause einlegen.“ Bisher war dies jedoch nicht der Fall.

Außerdem bekommen Boten mehr Pausen, wenn sie diese brauchen. Trinkwasser wird von Just Eat zur Verfügung gestellt. „Auch in Restaurants haben unsere Boten in den letzten heißen Tagen immer etwas zu trinken bekommen. Das freut uns sehr“, sagte die Sprecherin. Denn: Die Arbeit gehe ihnen im Moment nicht aus. „Bezogen auf die Hitze spüren wir sogar einen leichten Anstieg der Bestellungen Sie bekommen ihr Lieblingsessen.”

„Manchmal lehnen wir Bestellungen ab“

Auch Fahrradkuriere, die Büros und Labore bedienen, kommen ins Schwitzen. «Wir bieten Pausen am grossen Hauptsitz an und sorgen dafür, dass Menschen, die länger oder in Doppelschichten arbeiten, nicht voll ausgelastet sind und genügend Pausen einlegen», sagt der Velokurier Bern.

Lieferungen im Zusammenhang mit medizinischen Notfällen beispielsweise würden nicht warten, nur weil es heiß ist. „Aber wir können Befehle ablehnen, um unsere Fahrer zu schützen.“ Isotonische Getränke werden bereitgestellt. Und: „Grundsätzlich holen wir Menschen, die sich unwohl fühlen, sofort von der Straße.“

„Gesundheit hat höchste Priorität“

Auch Marktführer Veloblit in Zürich hat Hitze auf dem Radar und schützt Kuriere. Trinken, trinken, trinken ist die Devise. Zudem müsse der Salzhaushalt durch die richtige Nahrungsaufnahme überwacht werden, sagt ein Blick-Sprecher. Ganz wichtig: Sonnencreme!

«Die persönliche Gesundheit steht immer an erster Stelle. Wenn man eine Pause braucht, kann man sich eine Pause gönnen», sagt er. Die meisten Kuriere würden sich in Zürich in den vielen Brunnen erfrischen. «Glücklicherweise sind viele unserer Kunden freundlich und geben regelmässig Erfrischungen an unsere Boten. Eis gibt es auch regelmäßig in unserer Zentrale zur Erfrischung.“ Allerdings rät der Velobitz-Sprecher davon ab, den Laderaum zu stark aufzuhellen: “Kleidung ist ein wichtiger Sonnenschutz.”

Zusätzliche Pausen ab 32 Grad

Die Boten und ihre Arbeitgeber haben zusammen mit der Gewerkschaft Syndicom einen Gesamtarbeitsvertrag ausgearbeitet. Darin sind Arbeitgeber bei extremen Wetterbedingungen verantwortlich. „Bei der sogenannten Schwerarbeitsintensität zum Beispiel ab 32 Grad muss es möglich sein, nach 45 Minuten eine bezahlte Pause von 15 Minuten im Schatten einzulegen“, erklärt Gewerkschafter David Roth (37).

Auch Arbeitgeber sollten ihre Erwartungen an die Bedingungen anpassen. „Das fängt bei der Terminplanung an und endet bei der Toleranz gegenüber Lieferverzögerungen. Da die Arbeiten im Freien und im Straßenverkehr stattfinden, ist erhöhte Vorsicht geboten“, sagt er. Andernfalls würde das Unfallrisiko erheblich steigen.

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