Auch in Kriegszeiten lehnt Baerbock die Wehrpflicht ab

Außenministerin Annalena Baerbock lehnt eine Wehrpflicht in Deutschland auch mit Blick auf den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine klar ab. Sie halte es für sicherheitstechnisch – auch mit Blick auf hochspezialisierte Zeiten – nicht für sinnvoll, mit der Bundeswehr oder einem Ersatzdienst Kompromisse einzugehen, die dies womöglich gar nicht wolle, sagte die Grünen-Politikerin in einer Fragerunde am Freitag. Bürger Münchens. „Vor allem nicht, wenn wir in einer Situation sind, in der unglaublich viele Menschen – jüngere, aber auch ältere – sagen: Wir wollen uns ehrenamtlich engagieren.“

Der Außenminister wies darauf hin, dass es beispielsweise in Deutschland alle Bundesfreiwilligenprogramme gibt und die finanziellen Mittel noch nicht ausreichen, um es denen zu ermöglichen, die dies tun wollen.

Baerbock hält den Tankringtausch für gescheitert

Baerbock beendete seine mehrtägige Deutschlandreise am Freitag in München. Mit der “Hörtour” wollte der Außenminister herausfinden, welche Themen den Deutschen in puncto Sicherheit Sorgen bereiten. Hintergrund ist, dass das Bundesministerium des Auswärtigen die erste umfassende nationale Sicherheitsstrategie für die Bundesregierung erstellt.

In Bezug auf die Ukraine schloss Baerbock das Scheitern des mit Polen vereinbarten Austauschs von Panzerringen nicht aus. „Wenn dieser Weg nicht richtig war, dann müssen wir das reflektieren und schauen, wie wir an anderen Stellen aktivieren können“, sagte Baerbock der „Bild“. In Kriegssituationen weiß man nicht immer, was der perfekte Weg ist.

Beim Ringtauschverfahren müssen die östlichen Verbündeten der Ukraine einfach zu bedienende sowjetische Panzer bereitstellen. Im Gegenzug versprach Deutschland den Nato-Partnern moderne Ausrüstung als Ersatz. Allerdings hat Polens Präsident Andrzej Duda Berlin immer wieder vorgeworfen, seine Versprechen nicht einzuhalten.

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Baerbock sagte nun gegenüber „Bild“, dass der Ringtausch begonnen habe, „weil es uns damals als das beste und schnellste Mittel erschien“. Nun müsse sich die Bundesregierung mit der Frage auseinandersetzen, warum dieser Austausch “offensichtlich nicht stattfindet und ob wir danach noch andere Unterstützung leisten müssen”.


Die Vorwürfe der polnischen Regierung bezüglich Nichteinhaltung und Täuschung im Zusammenhang mit dem Austausch von Panzerringen wies der Minister zurück: “In einer solchen Situation täuscht niemand seine europäischen Nachbarn.” “.

Deutschland könne keine neuen Panzer liefern, die die Bundeswehr selbst nicht habe, sagte der Grünen-Politiker. Andere hingegen konnten sofort geliefert werden.


Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte den Austausch von Panzerringen am Donnerstag gegen Kritik verteidigt. Es ist sehr wichtig, dass die Bundesregierung die Lücken schließt; aber das kann nicht über Nacht geschehen. Neben Polen hat die Bundesregierung auch mit Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Griechenland Ringtauschabkommen vereinbart.

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