Energiekrise: Netzagentur zufrieden mit Füllstand der Gasspeicher

Günstiger deutscher Gasspeicher

Netzagentur-Chef hält 95-Prozent-Ziel für unrealistisch: Industrie- und Handelskammer Berlin will Freibäder schließen

Stand: 12:12 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Österreich will die für Bayern wichtigen Gasspeicher nutzen

Die österreichische Regierung will noch in diesem Jahr einen an das deutsche Netz angeschlossenen Gasspeicher nutzen. Dabei handelt es sich um den Gasspeicher in Haidach bei Salzburg, der bisher vor allem Haushalte und Industriebetriebe in Bayern mit Gas versorgt.

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Mit Blick auf den Winter will Deutschland seine Gasspeicher so schnell wie möglich füllen. Die Bundesnetzagentur sieht derzeit einen „ausreichenden Speicherpfad“, allerdings werden die Speicher nicht annähernd ausgelastet sein. Inzwischen hält die Industrie- und Handelskammer zu Berlin Freibäder für unverzichtbaren Luxus.

Der Leiter der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, zeigt sich mit der aktuellen Füllquote der Gasspeicher sehr zufrieden. Deutsche Speicher seien „endlich wieder auf einem ordentlichen Speicherpfad“, schrieb Müller am Montagmorgen auf Twitter. Der Vermietungsgrad (Stand: 23. Juli) liegt bei 65,91 Prozent. „Jetzt ist es an der Zeit, die 75-Prozent-Quote am 1. September zu holen. erschaffen.” Auch der angeschlagene Gasimporteur Uniper hat den Rückzug, also die Entnahme von Gas, beendet.

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Das Ziel von 90 oder 95 Prozent Füllgrad der Gasspeicher bis zum 1. November hält Müller hingegen für unrealistisch. Wenn nur noch 40 Prozent der Förderleistung durch die Pipeline Nord Stream 1 fließen, seien bestenfalls maximal 80 bis 85 Prozent erreichbar, sagte Müller nach Angaben der Teilnehmer auf einem Krisengipfel am Montag der Regierung des Landes Baden-Württemberg .

Ziel der Bundesregierung und der Netzagentur ist es, 20 Prozent Gas einzusparen, um sich auf den Winter vorzubereiten. „Wir sparen aktuell rund 14 Prozent ein. Da kommen wir im Winter nicht ohne Mehraufwand hin“, sagte Müller, der per Video zuschaltete.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) lud zum Krisentreffen ein, um das Land für den Fall vorzubereiten, dass Russland als Reaktion auf westliche Sanktionen wegen des Angriffs auf die Ukraine die Gaslieferungen in Deutschland weiter drosselt

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Während der vorübergehenden Einstellung der russischen Gaslieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 aufgrund von Wartungsarbeiten wurde Gas in Deutschland gespeichert, jedoch auf sehr niedrigem Niveau. Uniper hatte sogar begonnen, Gas aus Speichern zu entnehmen.

Um Engpässe im Winter zu vermeiden, will Deutschland die Speicher so schnell wie möglich füllen. Sie sollten bis zum 1. November zu 95 Prozent gefüllt sein.

Berliner sollen in Seen statt in Freibädern schwimmen

Angesichts der drohenden Gasknappheit sollte aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Berlin jetzt weiter gespart werden. „Wir sollten eigentlich die Schwimmbäder schließen und den Leuten sagen: Ihr müsst jetzt in den See springen, um Sprit zu sparen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder am Montag dem RBB Inforadio.

Er bat den Senat um ein Konzept, das die Branche stützt. “Brücke und Unterstützung” sind wichtig. Vor allem die Rechtslage muss geändert werden, um generell mehr Energie einzusparen, statt Betriebe zu schließen. Somit hat jedes Unternehmen die Möglichkeit, am Markt zu bleiben.

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Rund 50.000 Arbeitsplätze in der Berliner Industrie hängen laut IHK von der Gasversorgung ab, etwa die Hälfte davon im verarbeitenden Gewerbe. Wären diese stärker von der Verknappung der Gasversorgung betroffen, wären die Folgen immens. „Was es für die Wirtschaft und aus Sicht der IHK in Berlin zu vermeiden gilt, sind die angekündigten Blackout-Kaskaden“, sagte Eder mit Blick auf eine Lieferung nach Prioritäten, wie sie das Energiesicherungsgesetz vorsieht.

„Was nützt es, wenn mein Badezimmer immer noch warm und warm ist, aber ich meinen Job verloren habe“, sagte Eder. “Jeder muss seinen Beitrag leisten.”

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