Gasgipfel: 20 Prozent Gas werden in Baden-Württemberg eingespart

20 Prozent Gas sollen bei BW eingespart werden; dann, so Ministerpräsident Kretschmann, könne die Gasknappheit vermieden werden. Das Land hat einen Fünf-Punkte-Plan auf den Weg gebracht.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fand nach dem Treffen im Neuen Schloss in Stuttgart deutliche Worte: „Wir alle spüren, dass Russlands Präsident Wladimir Putin Energie als Waffe einsetzt, er will uns zeigen und uns spalten und nicht zulassen es. das.“ Gleichzeitig betonte Kretschmann, er sei guter Dinge, dass eine Gasknappheit in Baden-Württemberg vermieden werden könne.

Am Montagvormittag sprach Kretschmann mit Vertretern von Unternehmen, Gewerkschaften, Kommunen und Energieversorgern über die Folgen der angespannten Gaslage. Zweck des Treffens: Kretschmann wollte Anregungen sammeln, wie Bürger und Wirtschaft schnell Energie sparen können. Die Landesregierung selbst hat sich mit einem 5-Punkte-Plan zum Energiesparen verpflichtet.

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Noch ist unklar, ob Russland nach der Wartung von Nord Stream 1 wieder Gas nach Deutschland liefern wird. Deshalb will sich der baden-württembergische Ministerpräsident im Juli mit wichtigen Akteuren zusammensetzen. Monat…

Dienstag 12.7.2022 12:00 SWR1 Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Kretschmann: „Der Gipfel war sehr produktiv“

In der Pressekonferenz nach dem Krisentreffen sagte der Ministerpräsident, er finde den Gipfel sehr produktiv. “Ich hatte das Gefühl, dass wir das gemeinsam durchstehen können.” Sie würden alle gemeinsam und entschlossen handeln.

Laut Kretschmann sollten es die öffentliche Verwaltung, Unternehmen und private Verbraucher schaffen, 20 Prozent einzusparen, dann gäbe es in Baden-Württemberg keine Gasknappheit. Das ist die gute Nachricht, denn es liegt in jedermanns Hand, diesen Mangel zu vermeiden.

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Um Gasknappheit im Winter zu vermeiden, muss laut Kretschmann gespart werden. Die „Schwarmintelligenz der Bevölkerung“ sei gefragt, sagte der BW-Ministerpräsident dem SWR. Monat…

Montag 25.7.2022 20:15 SWR Extra: Energiekrise im Südwesten SWR Fernsehen

Das russische Gasunternehmen Gazprom gab jedoch am späten Montag bekannt, dass es die Gaslieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 weiter einschränken werde. Ab dem 27. Juli fließen täglich nur noch 33 Millionen Kubikmeter Gas durch die Versorgungsleitung in Deutschland, teilte das Unternehmen mit. Das entspricht etwa 20 Prozent der Kapazität der Linie. Bisherige Liefermengen liegen bei rund 40 Prozent. Als Grund für die Beschleunigung gibt das Unternehmen die Reparatur einer weiteren Turbine an.

Ab Mittwoch werden laut Gazprom nur noch 20 Prozent der potenziellen Gasmenge durch Nord Stream 1 fließen, weil noch eine Turbine repariert werden muss. Der russische Präsident Putin macht eine… mehr…

Wie wird Gas im Notfall in Deutschland verteilt?

Auch Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, war beim heutigen Gasgipfel digital zugeschaltet. Kretschmann hob dies besonders hervor und dankte Müller für seine Erläuterungen. Logischerweise legt die Landesregierung großen Wert darauf, dass es nicht zu regionalen Schieflagen kommt. Vor allem die baden-württembergische Industrie wolle wissen, „ob gewährleistet werden kann, dass der Süden bei der Gasverteilung nicht geschädigt wird“, betonte Kretschmann zum Auftakt des Gasgipfels. Bei der abschließenden Pressekonferenz sagte der Regierungschef: „Ich bin mir aber sicher, dass das nicht passieren wird, wenn wir das tun, wozu wir uns jetzt entschieden haben“, sagte Kretschmann.

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Es herrscht Einigkeit darüber, dass gespart werden muss. Welche Betriebe bei einem Lieferengpass leer ausgehen werden, ist allerdings noch nicht klar. Ein Krisengipfel soll Klarheit schaffen. Monat…

Der Chef der Bundesnetzagentur sprach in seinem Lagebericht von einer angespannten Lage. Nur mit deutlichen Einsparungen und zusätzlichen Gaseinkäufen lässt sich die Verknappung in den nächsten beiden Wintern vermeiden. Um die Versorgung sicherzustellen, sei die Reduzierung des Inlandsverbrauchs unerlässlich, sagt Müller.

AfD: Der Gasgipfel gibt keinen Hinweis auf einen Ernstfall

Die Klarstellung des Chefs der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, auf dem “Gasgipfel” enthielt laut AfD-Fraktionschef Bernd Gögel nichts Besorgniserregendes. „Ausgehend vom Status quo der Gaslieferungen drohen auf absehbare Zeit keine Engpässe. Allerdings ist die Energieversorgung mittel- und langfristig bis zum Winter 2023/24 nicht gesichert“, so Gögel.

„Der Gipfel hat unsere Forderungen zur Laufzeitverlängerung von Neckarwestheim II bestätigt. Da seit über drei Stunden kein Wort gesprochen wurde, scheinen alle davon ausgegangen zu sein, dass der Beitrag der elf Prozent des Kernkraftwerks in Baden zur Verfügung steht -Württemberg ist unverzichtbar Sonst hätten wir über einen Ersatz sprechen müssen“, schloss der AfD-Fraktionsvorsitzende.

FDP: Es gibt keine “Gasgarantie” für die Bevölkerung

Die FDP analysiert auch die Atomkraftwerke des Landes und hebt hervor, dass von einer Laufzeitverlängerung der drei Atomkraftwerke keine Rede gewesen sei. Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Hans-Ulrich Rülke, hat betont, er habe kein klares Bekenntnis, Gaskraftwerke auf Öl umstellen zu können.

Rülke hat auch kritisiert, dass die Regierung die Möglichkeit verpasst habe, Unternehmen und der Bevölkerung eine „Gasgarantie“ zu geben. „Es gab nur Verzichtsvorschläge und kleinteilige Einsparungen für Wirtschaft und Bevölkerung. Was ich jedoch vermisst habe, sind wirksame Maßnahmen zur Erschließung zusätzlicher Ressourcen“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende.

Strobl: Sparen Sie jetzt, um sicher durch den Winter zu kommen

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) unterstrich auf der Pressekonferenz im Anschluss an das Treffen den Ernst der Lage. Wie Kretschmann betonte er, es sei wichtig, sich jetzt zusammenzuschließen. „Wir sind eine starke Gemeinschaft mit Bürgerinnen und Bürgern, die auch mit anpacken, wenn es darauf ankommt“, sagte Strobl. “Alles, was wir jetzt sparen, wird uns helfen, den Winter zu überstehen.” Insgesamt sieht der Innenminister das Land gut aufgestellt. Auch weil die Gasmangelsituation vor vier Jahren im Rahmen einer Katastrophenschutz-Krisenmanagementübung geübt wurde. „Wir sind der Situation nicht hilflos ausgesetzt, wir bereiten uns gut vor“, sagte der Minister.

Kretschmann: „Patriotismus ist auch nötig“

Bereits zu Beginn des Gasgipfels hatte Kretschmann davor gewarnt, dass die Gesellschaft im Falle einer Gasknappheit im Winter zusammenbrechen werde. „Wenn wir auf einen Gasnotstand stoßen, werden die Fliehkräfte groß sein. Größer als bei Corona, und wir haben dieses Problem auch auf den Wangen“, sagte der Grünen-Politiker bei der Begrüßung der Teilnehmer in Stuttgart.

Deshalb werde es in den nächsten Monaten grundsätzlich darum gehen, „sich in den wesentlichen Punkten nicht spalten zu lassen“. Kretschmann warnte: “Unser Patriotismus ist auch notwendig.” Für Deutschland, die freiheitliche demokratische Ordnung und Europa.

Die Landesregierung bekennt sich zum Energiesparen

Im Rahmen des Gipfels hat sich die Landesregierung zu einem eigenen 5-Punkte-Programm verpflichtet, den Wärme- und Stromverbrauch in Landesbehörden und -einrichtungen so weit wie möglich zu reduzieren. „Auch wir als Landesregierung müssen unseren Beitrag leisten“, sagte Ministerpräsident Kretschmann.

Der Plan beinhaltet die Punkte Hitzereduzierung, Vorsicht, Stromsparen, Homeoffice und Carsharing sowie eine Informationsstrategie. Konkret bedeutet dies, dass die Raumtemperatur in den Gebäuden des Landes auf das gesetzliche Minimum abgesenkt werden soll. Warmwasser wird nur dann zur Verfügung stehen, wenn es unbedingt erforderlich ist. Ungenutzte Räume sollten nicht oder nur schwach beheizt werden.

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Wegen drohender Engpässe will die Landesregierung den Gas- und Stromverbrauch vor dem Winter massiv senken. Ein Maßnahmenkatalog für die Verwaltung soll dabei helfen. Monat…

Sa. 16.7.2022 14:00 SWR1 Stadion

Darüber hinaus will das Land den Einsatz erneuerbarer Energien in Bürogebäuden fördern und prüfen, wo beispielsweise die Klimatisierung oder die Heizung optimiert werden können. Beim Stromsparen sieht der Plan vor, möglichst auf Stromverbraucher zu verzichten. Beispiele hierfür sind Klimaanlagen, Aufzüge, Heizungen und Ventilatoren.

Auch die Landesregierung will das Homeoffice nutzen und den Flächenverbrauch durch geteilte Schreibtische reduzieren. Und schließlich zielen Schulungen und Informationsmaterial darauf ab, Mitarbeiter und Öffentlichkeit auf das Energiesparen aufmerksam zu machen.

Der DGB fordert eine Energiepreisobergrenze

Im Vorfeld des Gasgipfels der baden-württembergischen Landesregierung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) demonstriert und eine „Energiepreisobergrenze“ gefordert. Im Winter dürfe es nicht auf den Geldbeutel des Einzelnen ankommen, “ob die Wohnung warm oder kalt bleibt”, sagte DGB-Landeschef Kai Burmeister vor dem Krisentreffen in Stuttgart.

Vor dem BW Gas Summit im Palau Nou in Stuttgart demonstrieren Mitglieder des DGB mit einem Transparent für Solidarität in der Energiekrise. dpa Bildfunk Picture Alliance/dpa | Marijan Murat

Auf dem Gipfel wird er fordern, dass die Menschen jetzt eine Entlastung von den steigenden Preisen brauchen. Burmeister will auch dafür sorgen, dass Schulen als kritische Infrastruktur gelten und bei Gasknappheit weiter geheizt werden. Nach den schwierigen Corona-Wintern hatten Eltern und Kinder die Erwartung, „dass die…

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