Höhere Kosten und mehr Angebote Amazon Prime wird immer teurer

Stand: 26.07.2022 08:56 Uhr

Spätestens im September müssen Millionen Deutsche für ein Abonnement des Prime-Dienstes von Amazon tief in die Tasche greifen. Das Jahresabo des Internetgiganten ist 30 Prozent teurer.

Die Jahresgebühr für Amazons Prime-Dienst ist um fast ein Drittel gestiegen. Auch für die monatliche Abrechnung müssen Nutzer bald deutlich mehr bezahlen.

Bei der monatlichen Zahlung kostet Amazon Prime künftig 8,99 Euro statt bisher 7,99 Euro. Das Jahresabo kostet 89,90 Euro statt bisher 69 Euro. Die Änderung gelte „frühestens bei Fälligkeit der nächsten Zahlung am oder nach dem 15. September 2022“, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

Globale Inflationswelle

Deutschland ist nach den USA der zweite Markt für Amazon. In Großbritannien, dem drittgrößten Markt, werden die Raten um 20 Prozent steigen. In Spanien, Italien und Frankreich zahlen Prime-Mitglieder zwischen 39 und 43 Prozent mehr pro Jahr. Im Februar kündigte Amazon eine Preiserhöhung von 119 US-Dollar (rund 116 Euro) auf 139 US-Dollar (136 Euro) für jährliche Zahlungen im Heimatmarkt USA an.

Als Begründung für die Preiserhöhungen führte Amazon eine hohe Inflation und steigende Betriebskosten an. Außerdem sind eine schnellere Bereitstellung und mehr Inhalte, die in Echtzeit gestreamt werden können, mit höheren Kosten verbunden. „Wir werden weiter daran arbeiten, sicherzustellen, dass Prime den Mitgliedern einen außergewöhnlichen Wert bietet“, sagte das Unternehmen.

Amazon vermerkte in seiner Ankündigung, dass dies die erste Erhöhung in Deutschland seit 2017 sei und das Angebot unter anderem im Bereich Video-Streaming erweitert worden sei. Kunden von Amazon Prime können ihre Bestellungen beim Unternehmen und bei teilnehmenden Einzelhändlern auf der Plattform versandkostenfrei versenden. Sie können auch auf Streaming-Videos und Musik von Amazon Music und Amazon Video zugreifen.

Pauschalprämie in Deutschland

Amazon veröffentlicht keine aktuellen Daten zur Anzahl der Prime-Kunden in Deutschland. Laut einer Studie gab es 2019 in Deutschland rund 17 Millionen Haushalte mit einem Prime-Abo. Das bedeutet, dass fast die Hälfte der rund 41 Millionen Haushalte in Deutschland jetzt eine Prime-Mitgliedschaft haben sollte, wenn man die üblichen Wachstumsraten von Amazon annimmt. Amazon-Chef Jeff Bezos sagte im vergangenen Jahr, das Unternehmen habe weltweit mehr als 200 Millionen Prime-Kunden. Dies entspricht einer Verdopplung in drei Jahren.

Amazon ist nicht der einzige Streaming-Dienst, der seine Abonnementgebühren erhöht. Bereits im Frühjahr hatte der Videoanbieter Netflix die Tarife für seine Kunden in den USA und Kanada deutlich angehoben. Üblicherweise wird wenige Monate später auch in Deutschland an der Preisschraube gedreht.

Netflix muss die Produktionen finanzieren

Insbesondere aufwändige Eigenproduktionen verursachen steigende Kosten für Netflix. Laut dem Marktforschungsunternehmen Ampere Analysis investiert Netflix allein im Jahr 2022 weltweit mehr als 230 Milliarden US-Dollar in neue Inhalte.Das amerikanische Unternehmen hatte zuletzt einen Rückgang seiner Neukunden angekündigt. Netflix plant nun ein werbefinanziertes Abo, um sich gegen Konkurrenz wie Disney+ und Amazon Prime finanziell über Wasser zu halten.

Sportrechte verteuern Sky und DAZN

Auch Streaming-Dienste, die sich auf Sportübertragungen konzentrieren, sind in letzter Zeit teurer geworden. Bereits Anfang des Jahres hatte Sky die Abo-Gebühren für mehrere Pakete erhöht. Entertainment Plus kostet mit der Bundesliga jetzt 27 statt bisher 25 Euro pro Monat. Bei Sky sind dafür Investitionen in Sendetechnik und mehr Programmangebote verantwortlich.

Sky-Konkurrent DAZN erhöhte im Juli sogar die Kosten für ein monatliches Abo von 14,99 Euro auf 29,99 Euro. Auch im Wettbewerb um die Medienrechte zur Übertragung von Spielen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des europäischen Verbands UEFA hat DAZN kräftig investiert und die Konkurrenz übertroffen. Dies ist mit Kosten für die Kunden verbunden.

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