Die Fettansammlung in der Leber erhöht das Risiko einer Herzinsuffizienz
Laut einer aktuellen Studie ist das Vorliegen einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz in den nächsten zehn Jahren verbunden. Damit scheint die Fettleber ein bislang unterschätzter Risikofaktor für Herzinsuffizienz zu sein.
Die Herausgeber des renommierten „British Medical Journal (BMJ)“ stellen die Ergebnisse eines italienischen Forscherteams der Universität Verona vor. Die Arbeitsgruppe trug die Ergebnisse von 11 internationalen Langzeitbeobachtungsstudien zusammen, um den Zusammenhang zwischen Fettlebererkrankungen und Herzinsuffizienz zu klären. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift Gut veröffentlicht.
Eine Fettlebererkrankung ist weit verbreitet
Es wird gesagt, dass etwa 30 Prozent aller Erwachsenen auf der Welt bereits eine Fettleber entwickelt haben. Aufgrund der allgemein steigenden Prävalenz von Übergewicht und Adipositas, die zu den größten Risikofaktoren für die Entstehung einer Fettleber zählen, ist in den kommenden Jahren mit einer zunehmenden Tendenz von Fettlebererkrankungen zu rechnen.
Fettleber als bislang unbekannter Risikofaktor für Herzinsuffizienz
Diabetes, Bluthochdruck und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren gelten als Hauptursachen für die Entstehung einer Herzinsuffizienz. Die neueste Meta-Analyse legt nahe, dass eine Fettleber auch das Risiko einer Herzinsuffizienz erhöht. Aufgrund der weiten Verbreitung von Fettlebererkrankungen könnten die Erkenntnisse große medizinische Relevanz haben.
Früher war bekannt, dass die Fettleber das Risiko schwerer Lebererkrankungen wie Leberkrebs, Leberzirrhose und Leberfibrose erhöht. Die Fettleber wurde erst vor kurzem mit der Entwicklung einer Herzinsuffizienz in Verbindung gebracht.
Studiengang
Um den Zusammenhang zu testen, analysierte das Forscherteam Daten aus elf Langzeitstudien. Auf diese Weise konnten die Informationen von mehr als elf Millionen Erwachsenen aus verschiedenen Ländern ausgewertet werden. Die Studien wurden in Schweden, Finnland, den USA, Südkorea und Großbritannien durchgeführt.
Etwas mehr als jeder vierte Beteiligte (26 %) hatte eine Fettleber. Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von zehn Jahren wurde bei fast 100.000 Teilnehmern eine Herzinsuffizienz diagnostiziert.
Ergebnisse der Studie
Bei denjenigen, die zu Beginn der Studie eine Fettleber entwickelt hatten, war die Wahrscheinlichkeit, dass über einen Zeitraum von 10 Jahren eine Herzinsuffizienz diagnostiziert wurde, um 50 % höher als bei denjenigen, die keine Ansammlung von Fettleber aufwiesen.
Dieses Risiko war unabhängig von Alter, Geschlecht und Körperfettanteil der Probanden. Außerdem war das zusätzliche Risiko unabhängig vom Vorhandensein anderer bekannter Risikofaktoren für Herzinsuffizienz wie Diabetes und Bluthochdruck.
Auch das Risiko einer Herzinsuffizienz im Zusammenhang mit einer Fettleber scheint mit der Schwere der Fettlebererkrankung zuzunehmen. Bei Menschen, die bereits eine Fibrose (Narbengewebe) in der Leber entwickelt hatten, stieg das Risiko einer Herzinsuffizienz um 76 Prozent.
Warum eine Fettleber zu Herzversagen führen kann
Forscher haben mehrere mögliche Erklärungen dafür, warum eine Fettleber das Risiko einer Herzinsuffizienz erhöhen könnte. Eine Fettleber verstärkt einerseits die systemische Insulinresistenz und fördert andererseits die Plaquebildung in den Blutgefäßen.
Außerdem werden bei einer Verfettung der Leber mehr Stoffe in den Körper ausgeschüttet, die Entzündungen fördern und blutverdickend wirken. Die genauen Gründe für den Zusammenhang und die Kausalität müssen jedoch erst in weiteren Studien verifiziert und bestätigt werden. (b)
Autor und Informationsquelle
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Dieser Text entspricht den Angaben der medizinischen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien und aktuellen Studien und wurde von medizinischem Fachpersonal geprüft.
Autor:
Diplom-Lektor (FH) Volker Blasek
Quellen:
- Alessandro Mantovani, Graziana Petracca, Alessandro Csermely, et al.: Nichtalkoholische Fettlebererkrankung und Risiko einer neu auftretenden Herzinsuffizienz: eine aktualisierte Metaanalyse von etwa 11 Millionen Personen; in: Gut (2022), gut.bmj.com
- BMJ Media Relations: Fettleberakkumulation (NAFLD) im Zusammenhang mit erhöhtem Herzinsuffizienzrisiko im nächsten Jahrzehnt (veröffentlicht: 25.07.2022), eurekalert.org
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und sollte nicht zur Selbstdiagnose oder Behandlung verwendet werden. Sie kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.