Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, im Interview mit der Redaktion der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Picture Alliance/dpa | Carsten Koll
Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch haben VW-Chef Herbert Diess entlassen und werden von Oliver Blume abgelöst.
Im vergangenen Jahr wurde Diess’ Vertrag bis Oktober 2025 verlängert. Das wird für den Autokonzern nun sehr teuer.
Diess hat weiterhin Anspruch auf volle Bezahlung, einschließlich Prämien. Er könnte in den nächsten drei Jahren bis zu 30 Millionen Euro bekommen, ohne dafür arbeiten zu müssen.
Der Mann, der bei VW Geschichte schreiben wollte, ist nun Geschichte. Herbert Diess muss seine Spitzenposition bei Europas größtem Autobauer aufgeben. Es ist ein spektakulärer Abschied kurz vor den Werksferien. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch verloren das Vertrauen in den Manager, der den Konzern gerne ins Elektrozeitalter geführt hätte.
Das Land Niedersachsen als Hauptaktionär und die Arbeitnehmervertreter wollten Diess im vergangenen Jahr loswerden. Doch stattdessen bekam der umstrittene Konzernchef die von ihm erbetene Vertragsverlängerung bis Oktober 2025. Ein verheerender Fehler, der für VW nun sehr teuer wird. Denn Diess tritt zum 1. September als Vorstandsvorsitzender in den Ruhestand. Nach Informationen von Business Insider steht ihm jedoch bis zum Vertragsende, also für die nächsten drei Jahre, die volle Vergütung zu.
Laut Geschäftsbericht 2021 verdiente Diess im vergangenen Jahr insgesamt 10,3 Millionen Euro, sein Grundgehalt liegt bei 2,2 Millionen Euro. Er wird zwar nicht mehr für den Konzern tätig sein, aber die bisherigen Prämien, die vor allem von der Geschäftsentwicklung abhängen, weiter kassieren. “Wenn es bei VW gut läuft, bekommt er 30 Millionen”, sagt ein Topmanager, “wenn es nicht gut läuft, sind es 20 Millionen.”
Offiziell soll Diess nach seinem Abgang als Berater für VW arbeiten. Aber das wird als PR-Fassade angesehen. Wen soll der gefeuerte Vorstandsvorsitzende wie sein Nachfolger, Porsche-Chef Oliver Blume, beraten? Unwahrscheinlich „Das Kapitel Diess ist beendet, er ist mit sofortiger Wirkung gegangen und wird nicht mehr für VW arbeiten“, sagt Wolfsburg. So war es auch bei Diess’ Vorgänger: Der im April 2018 entlassene Matthias Müller fungierte fortan offiziell als Berater, kassierte aber tatsächlich sein CEO-Gehalt fürs Nichtstun.
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