Panke Dry: Rasensprenger bald verboten?

Aus Hildburg Bruns

Berlin wird trockener. Grünen-Politiker Benedikt Lux fordert deshalb ein Gesetz zum Verbot von Rasensprühen und Autowaschen.

Was für ein trostloser Anblick: Eine Steinwüste im Trockenbett der Panke auf ihrem Weg von Brandenburg in die Hauptstadt.

17 Kilometer weiter, im Bürgerpark Pankow, führt der Fluss noch Wasser. „Aber ohne den ständigen Zufluss von gereinigtem Abwasser aus der Schönerlinde sähe es auch in Berlin sehr traurig aus“, sagt Andreas Krone (61) vom Fachverband Wasser und Boden.

Beim Rathaus Panketal gibt es noch Vegetation, aber kein Wasser Foto: Christian Lohse

„So schnell ist die Panke noch nie ausgetrocknet“, sagt Krone über das 29 Kilometer lange Gewässer, das in der Nähe des Bahnhofs Bernau entspringt. „Das macht mir Sorgen, schließlich ist es unser namensgebender Fluss“, betont Panketals Bürgermeister Maximilian Wonke (35, SPD).

Die Wasserknappheit treibt auch den Berliner Abgeordneten Benedikt Lux (40) an. Der Grünen-Politiker will Rasensprengen, Autowaschen oder Befüllen von Schwimmbädern in Notsituationen verbieten können.

Benedikt Lux (40 Jahre) ist Umweltexperte bei der Grünen-Fraktion in Berlin Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Dafür brauche das Land Berlin mehr gesetzliche Befugnisse, forderte die „Taz“. „Im Moment kann Berlin nur Verbraucher anziehen“, sagt Lux.

„Das Verbot wäre die letzte Maßnahme“

In Panketal, einer 21.000-Einwohner-Gemeinde in der Nähe, gilt diese Regelung ab kommenden Montag. Zwischen 17.00 und 21.00 Uhr können die zahlreichen Besitzer ihre Gärten nicht mehr bewässern oder ihre Schwimmbecken füllen; Immerhin sind sie in zwei von fünf Immobilien.

Mitte Panketal ohne fließendes Wasser Foto: Christian Lohse

In Frankfurt/Oder ist es seit Dienstag verboten, Wasser aus Flüssen und Seen zu entnehmen. Und ab August dürfen Grün- und Landschaftsflächen nur noch abends und nachts zwischen 20:00 und 08:00 Uhr bewässert werden.

Eher Bürgersteig als Bach Foto: Christian Lohse

Bei den Berliner Wasserbetrieben liegt der Fokus zunächst auf Aufklärungskampagnen zum Wassersparen. „Die Verbote wären die letzte Proportion“, sagt Sprecherin Astrid Hackenesch-Rump.

Auch andere stattliche Flüsse leiden seit Wochen unter Wassermangel. Die Schiffer der Wasserstraßen auf der Oder beladen ihre Kähne teilweise nur halb.

„Aktuell können wir eine rund 120 Kilometer lange Straße zwischen Ratzdorf und Hohensaaten nicht mehr planieren“, sagt Christian Schenk (53) vom Schifffahrts- und Schifffahrtsamt Oder-Havel in der BZ. “Kunden fahren auf eigene Gefahr.”

Im Berliner Stadtgebiet führt die Panke noch Wasser, wie hier auf dem Hochzeitsfoto: Charles Yunck

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