Von Isabel Pfannkuchen
Der Widerstand gegen den Ausbau der Autobahn 100 hält an: Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg erwägt Stoppmaßnahmen. Dies schließt auch etwaige rechtliche Schritte ein, jedoch nicht vor 2030.
Die Bürgermeisterin des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Clara Herrmann, hat sich erneut klar gegen den Bau der A100 ausgesprochen. „Der Weiterbau der Autobahn ist für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg aus mehreren Gesichtspunkten ein Wahnsinn“, sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch.
Es ist absurd, eine Straße, eine Gasse durch eine der am dichtesten besiedelten Regionen Deutschlands zu schneiden und ganze Stadtteile zu zerstören. Sie brauchen den Raum für Clubkultur und Händler.
Hintergrund: Der vom Bundesverkehrsministerium geplante 17. Bauabschnitt der A100 soll vom Treptower Park entlang der Spree nach Friedrichshain und weiter in Richtung Lichtenberg bis zur Storkower Straße führen. Die Kosten dafür belaufen sich auf mehr als 500 Millionen Euro.
Auch der Technoclub „about blank“ (Markgrafendamm 24c, Friedrichshain) gehört zum Gelände. Es ist derzeit nur befristet vermietet, da das Objekt bebaubar ist. Kommt die Autobahn, muss der Club weichen. Betreiberin Elisabeth Steffen (36): „Dann verlieren 150 Mitarbeiter ihren Job.“ Die Chancen auf den Job sieht Steffen gut.
Warum: Der Landkreis will mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung gegen den Bau vorgehen. Herrmann: „Als letztes Mittel schauen wir uns die Nachfrage an.“
Clara Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen), Bürgermeisterin des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg (Aktenbild) Foto: picture alliance/dpa
Aus klimapolitischer Sicht sei der geplante Bauabschnitt verkehrspolitischer Unsinn, sagte er. „Wenn wir die Pariser Klimaschutzziele erreichen wollen, ist der Verkehrssektor ein entscheidendes Thema, um CO2 einzusparen, und Autobahnen gehören nicht dazu.“
Und außerdem: „Wir können es uns nicht leisten, Geld in klimaschädlichen Verkehr zu stecken“, sagte Herrmann. Stattdessen müssen Alternativen wie Bus, Bahn und Radwege ausgebaut werden.
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Mehrere Bürgerinitiativen wehren sich gegen den geplanten Bau. „Wir als BI A100 bereiten uns auf einen langen und harten Kampf vor“, sagte Briti Beneke von der A100-Initiative.
Befürworter des Weiterbaus argumentieren, die Schnellstraße sei wichtig für die Verkehrsanbindung der östlichen Stadtteile und entlaste gleichzeitig Wohngebiete und andere Straßen vom Autoverkehr.