Chur GR: Diese Waffe holt unerwünschte Drohnen vom Himmel

Veröffentlicht am 28. Juli 2022, 05:06

Chur GR: Diese Waffe holt unerwünschte Drohnen vom Himmel

Manche Menschen fühlen sich durch Drohnen in ihrer Privatsphäre gestört. Eine Lösung bietet die Firma Droptec. Ein Drohnen-Fan berichtet von eigenen Erfahrungen.

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Die Firma Droptec stellt Schusswaffen namens „Dropster“ zur Bekämpfung illegaler Drohnen her.

Droptec GmbH

Kunden sind hauptsächlich Sicherheitskräfte wie Polizei, Militär oder ähnliches. Gelegentlich werden sie aber auch an Personen verkauft, die einen Waffenschein benötigen.

Droptec AG

Der Dropster kann in einer Entfernung von weniger als 10 Metern tödlichen direkten Feuerschaden verursachen.

Droptec AG

  • Manche Menschen stören sich an Drohnen, die auf ihrem Privatgrundstück filmen.

  • Die Churer Firma Droptec stellt «Dropster» genannte Schusswaffen zur Bekämpfung von Drohnen her.

  • Der Dropster wird in erster Linie an Sicherheitskräfte verkauft und benötigt für Privatanwender einen Waffenschein.

  • Zwei Hobbyfotografen sprechen über ihre Erfahrungen mit der Drohnenfotografie.

Ein Bewohner von Grabs berichtete von seiner unangenehmen Begegnung mit einer Drohne auf seinem Privatgrundstück. Die Frau fühlte sich belästigt und schrieb einen wütenden Facebook-Post. Neben Lösungsvorschlägen wie einem Gartenschlauch gegen die Drohne wurde auch der Name der Firma Droptec aus Chur GR genannt.

Die Firma Droptec stellt den sogenannten „Dropster“ her, eine Schusswaffe, die in verschiedenen Bereichen zur Bekämpfung von Drohnen eingesetzt wird. Laut einem Erklärvideo auf der Website des Unternehmens wird der Dropster mit einer Netzkartusche geladen, mit einer Treibladung versorgt und ist dann einsatzbereit. Die Waffe feuert ein Netz auf die Drohne, wobei sich das Netz um die Rotoren der Drohne wickelt und sie “neutralisiert”.

“Tödliche Wirkung von direktem Feuer”

„Unsere Kunden sind hauptsächlich Sicherheitskräfte, darunter Polizei und Justizvollzugsanstalten, aber auch einige Privatpersonen“, sagt Christian Gauer, einer der Eigentümer von Droptec. „Für den Privatgebrauch kann der Dropster mit Waffenschein zu einem Preis von 4800 bis 6500 Franken erworben werden, und die Polizei prüft vorab den möglichen Einsatz“, ergänzt Gauer.

„Der Dropster ist eine Schusswaffe und kann tödlich wirken, wenn direkt darauf geschossen wird, daher müssen bestimmte Sicherheitsregeln beachtet werden“, sagt Gauer. Droptec empfiehlt vor dem Einsatz eine Grundschulung, die es an seinem Standort in Chur oder beim Kunden vor Ort anbietet.

Perspektive ist entscheidend

„Ich finde Droptec eine gute Idee, weil Drohnen leider oft missbraucht werden“, sagt Patrick Barros, Hobbyfotograf aus dem Engadin, der seine Drohnenfotos auf Instagram teilt. „Der Reiz beim Filmen mit einer Drohne liegt im Perspektivwechsel“, sagt Barros. «Gefühle sind schwer zu beschreiben, aber ich wünsche mir oft, ich wäre ein Vogel», sagt der Bündner.

Für Patrick Barros ist es wichtig, dass man die Privatsphäre anderer Menschen respektiert, aber auch die Natur und alles, was dazugehört. „Ich wähle Orte, an denen ich allein bin und nicht von Menschen oder Tieren gestört werde, damit ich in Ruhe meine Bilder erstellen kann“, sagt er.

„Die Leute sind oft begeistert und loben die entstandenen Bilder“, sagt Barros. „Bisher habe ich noch nie erlebt, dass sich jemand mit meiner Drohne unwohl gefühlt hat. Interessanterweise wurde sie einmal von einer Möwe angegriffen“, sagt die Hobbyfotografin. Sie reagierte verständnisvoll und senkte ihre Drohne.

„Manche Menschen sind einfach allergisch gegen Drohnen“

„Es ist fast unmöglich, in Liechtenstein zu filmen, weil die Gesetze zur Drohnenfotografie etwas kompliziert sind“, sagt Pascal Büchel, Hobbyfotograf aus Liechtenstein. Laut ihm darf man dort keine Häuser filmen, wenn man keinen Auftrag dazu hat. Daher eignen sich Drohnen eher für die Aufnahme einzelner Gebäude und weniger für die eines ganzen Dorfes.

„Das Problem bei Droptec-Schusswaffen ist, dass sie auch missbraucht werden können“, sagt Büchel. „Ich habe viele Menschen getroffen, die auf Drohnen allergisch sind und sich mit dem Gesetz nicht auskennen“, sagt Büchel. „Sie haben die Drohnen einfach ohne Erlaubnis abgeschossen und viel Aufhebens gemacht, selbst wenn Sie etwas gefilmt haben, das legal war“, fügt er hinzu.

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