Also stiegen Vater und Tochter am Dienstag ins Auto. Sie kam gegen 16:00 Uhr am Flughafen an, und Nadine wurde mit anderen Passagieren auf eine Warteliste für den Flug um 21:30 Uhr nach Seoul gesetzt. Der nächste Rückschlag nach der Gepäckaufgabe: Der Flug war überbucht. „Niemand von der Warteliste ist ins Flugzeug gestiegen“, sagt Nadine. Die junge Frau kann ihr Gepäck nicht mehr erreichen. „Dann haben sie mir versichert, dass am Tag des Streiks jemand da sein wird“, berichtet er.
Ab heute Morgen um 7 Uhr kehren sie zum Flughafen zurück. Lufthansa-Mitarbeiter hätten ihnen mitgeteilt, dass das Gepäck nach oben zu einem der Reservierungsschalter geschickt werde, sagt Joachim. Sie stehen also seit über einer halben Stunde Schlange. Nadine sollte übrigens heute um 15 Uhr einen Flug erwischen.
Hunderte Passagiere an den Lufthansa-Schaltern
8.30 Uhr: Im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens greift der Warnstreik, sichtbar negativ für Lufthansa-Passagiere. In Halle A stehen hunderte Passagiere vor den 15 geöffneten Schaltern der Lufthansa Schlange, um ihre Flüge umzubuchen. Obwohl sich die Passagiere seit Montag auf annullierte Flüge vorbereiten konnten, scheint es nicht allen gelungen zu sein, ihre Reisen zu verschieben.
Der Marsch hat noch nicht zu chaotischen Zuständen geführt: Es ist ruhig, Passagiere warten geduldig, manche sitzen auf dem Boden. Schau in müde Gesichter.
1.023 Lufthansa-Flüge gestrichen, andere Verbindungen betroffen
7.30 Uhr: Allein in Frankfurt sollen insgesamt 678 Flüge gestrichen werden, davon 32 am Dienstag und weitere 646 am Mittwoch. 92.000 Passagiere seien voraussichtlich betroffen, teilte die Lufthansa in einer Mitteilung mit. Die Airline streicht zudem insgesamt 345 Flüge nach München, davon bereits 15 am Dienstag und 330 am Mittwoch. Hier sollen 42.000 Passagiere betroffen sein.
Lufthansa-Flüge dorthin aus München und Frankfurt werden voraussichtlich nur an dezentralen Flughäfen gestrichen. Neben den 1.023 gestrichenen Flügen mit LH-Flugnummer kann es weitere Verbindungen von Konzerngesellschaften wie Swiss, Austrian und Air Dolomiti geben, da diese an Drehkreuzen von Lufthansa-Bodenpersonal abgefertigt werden.
Die Non-Streik-Direktflugtochter Eurowings geht hingegen von einem weitgehend normalen Flugbetrieb im gesamten Netz aus.
Lufthansa-Streik: Kundgebungen in Frankfurt, Hamburg und München
6 Uhr: Laut Verdi streiken mehrere Lufthansa-Gesellschaften an den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie in Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Bremen, Hannover, Stuttgart und Köln. Dabei sind ganz unterschiedliche Gruppen von Mitarbeitern gefragt, etwa das Desk-Personal, die Flugzeugtechniker und die Fahrer der riesigen Schlepper, die die Flugzeuge auf dem Flughafen an die richtigen Stellen bringen. Der Streik wird voraussichtlich bis Donnerstag, 6 Uhr, dauern. Verdi hat zu Kundgebungen an den Flughäfen Frankfurt, Hamburg und München aufgerufen.
Die stellvertretende Verdi-Geschäftsführerin Christine Behle, die auch Verhandlungsführerin des Tarifstreits ist, bat die Fahrgäste um Verständnis und wies auf die äußerst problematische Situation der Beschäftigten hin, „hauptsächlich verursacht durch schlechtes Management“. Lufthansa hingegen hält den Streik für Passagiere und Mitarbeiter für unzumutbar.