Shameka Morris (29) und ihr Sohn Treylin (1) haben mehr als eine Million Follower auf Tiktok.
Instagram / Nuggetworld561
Gepostet am 31. Mai 2022, 4:55 Uhr
Eine Mutter lässt sich ihren Sohn groß tätowieren, stellt Bilder von ihm ins Internet und wird dafür kritisiert. Ein Dermatologe ordnet die Folgen für Kinderhaut ein.
Shameka Morris ist die Mutter eines einjährigen Sohnes namens Treylin und ein Fan von Tattoos. Die amerikanische Modedesignerin schmückt regelmäßig die gesamte Haut ihres Kindes mit temporären Tattoos, um sie in den sozialen Medien zu zeigen. Wir haben mit Mrs. DR. Ich habe mit Lisa Weibel gesprochen. Über die medizinischen Folgen informiert der Oberarzt und Dermatologe des Kinderspitals Zürich.
Shameka Morris (29) und ihr Sohn Treylin (1) haben mehr als eine Million Follower auf Tiktok.
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Fräulein Dr. Weibel, die Mutter eines einjährigen Jungen, wird im Internet angegriffen, weil sie sich regelmäßig Klebetattoos auf ihr Kleinkind stechen lässt, die der Haut des Kindes schaden. Recht?
In meinen 18 Jahren als Kinderdermatologe hatte ich noch nie einen Fall, bei dem ein nacktes Tattoo auf Kinderhaut eine problematische Reaktion auslöst. Mit einer Ausnahme gibt es in der medizinischen Literatur keine Fallstudien zu allergischen Reaktionen.
Worum ging es in diesem Fall?
Ein einziger Bericht aus Polen aus dem Jahr 2005 zeigt, dass der schwarze Farbstoff p-Phenylendiamin (PPD) bei einem Mädchen starke Reaktionen hervorrief, nachdem sie sich ein Peeling-Tattoo auf den Rücken aufgetragen hatte. Dieser Inhaltsstoff ist jedoch normalerweise nicht in Peeling-Tattoos enthalten.
Nach Angaben der Mutter ist die Haut eines einjährigen Kindes fast dauerhaft mit Peeling-Tattoos bedeckt. Spielt die Frequenz auch eine Rolle?
Es ist sicherlich nicht ideal für Kinderhaut, dauerhafte, großflächige Tätowierungen zu haben. Die Hautbarriere kann leicht verändert werden, indem ständig ein Film aus Farbstoffen und Chemikalien auf der Haut haften bleibt. Aber wenn es keine Irritationen gibt, kann man es auch relativieren.
PD Dr. Lisa Weibel ist Leiterin des Zentrums für Kinderhautdermatologie am Universitäts-Kinderspital Zürich.
Kinderspital Zürich
Wie häufig sind diese Irritationen?
Jedes fünfte Kind leidet unter „Hautekzemen“. Ich kann die Haut dieses Typen nicht aus der Ferne beurteilen. Aber wenn Sie auf diese Tätowierungen noch nie reagiert haben, zum Beispiel mit Hautausschlag oder Juckreiz, ist davon auszugehen, dass sie Ihnen nicht weh tun werden. Peeling-Tattoos herkömmlicher Farben sind aus meiner Sicht im Gegensatz zu Henna-Tattoos als unbedenklich einzustufen.
Henna-Probleme werden immer wieder gemeldet. Haben Sie noch kleine Patienten mit Folgeschäden?
Unbedingt. Jedes Jahr nach den Sommerferien haben wir in den Sprechstunden viele Kinder, denen am Strand eine Erinnerung auf die Haut gemalt wurde. Henna-Tattoos mit Zusatz von Schwarz sind besonders gefährlich, da sie durch den Inhaltsstoff p-Phenylendiamin stark allergieauslösend sind. Manchmal kommt es zu heftigen Hautentzündungsreaktionen, die eine langfristige Hautallergie gegen die Farbe Schwarz hinterlassen. Das hat massive Folgen.
Manche dieser Kinder können nie wieder schwarze Hosen tragen, auch ihre Berufswahl ist eingeschränkt: Friseur oder Textilindustrie sind für Allergiker tabu, dunkel färben können sie sich zum Beispiel nie die Haare. Im Zweifel ziehen Eltern ihren Kindern immer nackte Tattoos vor.