EQUAL PENSION DAY: Altersarmut ist weiblich

St. Pölten (OTS)Im Durchschnitt erhalten Frauen in Österreich 41 % weniger Rente als Männer, in Niederösterreich sogar knapp 42 %. Das ist das Ergebnis der Berechnung für den diesjährigen Pension Equality Day, der in Niederösterreich auf den 31. Juli fällt. Während Rentner in Niederösterreich mit 2.187,98 Euro zum Leben zur Verfügung stehen, müssen Frauen mit 1.274,96 Euro im Monat auskommen. „Daher sind schnelle Maßnahmen erforderlich, um diese Ungleichheit zu beseitigen“, sagt AK NÖ Obmann und ÖGB NÖ Obmann Markus Wieser.

Niederösterreicher erhalten durchschnittlich 42 % weniger Rente als Niederösterreicher. „Die Gründe dafür liegen auf der Hand“, erklärt Birgit Schön, Leiterin der Abteilung Frauenpolitik der Arbeiterkammer Niederösterreich, „in frauendominierten Branchen sind die Löhne und Gehälter deutlich niedriger, die Frauen arbeiten viel häufiger in Teilzeit und länger und, wenn Kinder vorhanden sind, viel häufiger und länger ihre Arbeit unterbrechen. All dies wirkt sich massiv negativ auf die Höhe der Rente aus, d.h. durchschnittlich rund 13.000 Euro weniger Rente pro Jahr als die durchschnittlicher Rentner in Niederösterreich.

Ein großer Teil (etwa zwei Drittel) der unbezahlten Familienarbeit – Kinderbetreuung, Hausarbeit und Pflege – wird immer noch von Frauen geleistet. Sie werden nur für etwa ein Drittel ihrer geleisteten Arbeitsstunden bezahlt. Die restliche Zeit leisten sie unbezahlte Familienarbeit. Dadurch bleibt wenig Zeit für eine bezahlte Vollzeitbeschäftigung. „Tatsache ist aber, dass jeden Monat mehr Vollzeitbeschäftigung die wirtschaftliche Situation im Alter verbessert. Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, damit Frauen einen existenzsichernden Beruf ausüben können, um ihnen auch eine lebenssichernde Rente zu sichern“, sagt Birgit Schön.

Handlungsbedarf besteht an vielen Fronten: sei es beim bundesweiten Ausbau einer hochwertigen und bezahlbaren Ganztagsbetreuung für Kinder ab dem ersten Geburtstag, einer besseren Anrechnung von Pflegezeiten oder einem Modell, das zu einer gerechteren Verteilung der Entgelte beiträgt. Arbeit und Familienpflegearbeit zwischen den Eltern. „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist in frauendominierten Branchen genauso wichtig wie faire Entlohnung“, fordert Markus Wieser, Obmann der AK Niederösterreich und Obmann des ÖGB NÖ.

Fragen und Kontakt:

Leiterin Öffentlichkeitsarbeit AK Niederösterreich Mag. Dr. Gerd Millmann gerd.millmann@aknoe.at 066488172459

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *