Der Mars gilt als der erdnächste Planet. Obwohl er nur ein Drittel der Erdmasse misst, gilt er dennoch als potenzieller Kandidat für Leben für die Menschheit. Es ist unerschwinglich und steril, seine Atmosphäre ist tödlich, und doch suchen wir darin nach Lebenszeichen. Und so wandern die Fahrzeuge schon über die rostige Oberfläche und fotografieren den hier zu sehenden Mars. Vor allem aber zeigen sie, dass die ferne Welt mit unserer mehr gemeinsam hat als bisher angenommen.
Bild vom Tag des Mars (31.05.2022): Neugierige überqueren eine Düne
Mars-Rover müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Erdpersonal auf der Erde muss die Sonden ständig auf eine durchschnittliche Entfernung von 70 Millionen Kilometern neu ausrichten. Es gibt keine Echtzeitsteuerung wie bei einer Simulation. Einzelne Bestellungen benötigen manchmal einige Minuten, um unsere Nachbarplaneten zu erreichen, daher muss jeder Umzug im Voraus geplant werden.
Das heutige Bild des Mars zeigt eines dieser Manöver. Nach mehr als einem Jahr auf dem Mars gelang es Curiosity, diese unsichtbare Düne zu überqueren. Links und rechts der Fahrspuren befinden sich bereits spitze Steine und Schutt, die Curiosity-Rädern schnell zum Verhängnis werden können.
Das Bild wurde von der Hauptkamera des Rovers in der 538. Sonne oder Marstage aufgenommen. Es entstand drei Tage, nachdem Curiosity die Düne bestiegen hatte. Der Abstand zwischen den Radspuren beträgt etwa 2,7 Meter. Die Düne ist etwa einen Meter hoch und heißt „Dingo Gap“. Der Rand des Kraters Gale erstreckt sich bis zum Horizont im Osten.
Bild vom Mars des Tages (30.05.2022): Spirit hat den Überblick
30.05.2022: Spirit hält bei Larry’s Lookout an. © NASA/JPL-Caltech/Cornell
Spirit landete nach einer Reise von mehr als sieben Monaten auf dem Mars. Der Rover sollte Wissenschaftlern die ersten mikroskopischen Bilder eines anderen Planeten schicken. Das ultimative Ziel ist es, Spuren des Lebens in der Vergangenheit zu finden.
Der Rover landete auf dem Plateau Meridiani Planum, das angeblich von einem flachen Ozean bedeckt war. Es liegt etwa 160 Kilometer vom Krater Gusev entfernt. Die erste Etappe führt Spirit von seiner Landbasis zum zwei Meilen entfernten Husband Hill.
Auch interessant: 7 Fakten zeigen, wie spannend der Mars wirklich ist
Die Entfernung dorthin brachte den Rover an die Grenze seiner Belastbarkeit. Es war nicht nur das Profil des felsigen Bodens, das Spirit störte, sondern auch die Winde, die darauf erzeugt wurden. Winde verursachten Staub auf den Solarmodulen, wie auf dem Foto gezeigt. Infolgedessen verlor der Rover immer mehr Energie, je höher er den Hügel erklomm.
Das Foto wurde in “Larry’s Lookout” aufgenommen und zeigt im Hintergrund eine weite, öde Ebene. Die Besteigung des Hügels war bis zum Schluss schwierig. Die Zickzackspuren in der unteren rechten Ecke des Bildes zeigen, dass Spirit mit dem Bodenprofil zu kämpfen hatte.
Bild vom Tag des Mars (25.05.2022): sphärisches Panoramabild von Pathfinder
25.05.2022: Das Bild zeigt ein Mosaik verschiedener Bilder, die das NASA Pathfinder Fahrwerk und den Sojourner Rover zeigen. © NASA / JPL
Die NASA schickte mit Pathfinder ihren ersten Rover Sojourner zum Mars. Dieser konnte Gesteinsproben entnehmen und mit Hilfe von Sensoren an den Rädern die Härte des Bodens analysieren.
Die Mitte des Panoramabildes zeigt die Pathfinder-Landung. Sojourner untersucht einen Felsen oben links im Bild. Mit nur 10,6 Kilogramm ist der Rover das kleinste Fahrzeug der NASA auf dem Roten Planeten. Die Landung und der Einsatz des Rovers sollte nur eine Art technische Demonstration sein. Die Mission war jedoch 83 volle Tage in Betrieb und lieferte wertvolle Informationen über die Beschaffenheit der Marsoberfläche.
Und im Gegensatz zu den Landeplätzen von Opportunity, Curiosity oder Perseverance weist die Landeplattform des ersten Rovers viele Fallstricke auf. Große Felsen auf allen Seiten könnten bei der Landung zu einem Problem für die Landung geworden sein.
Bild des Mars des Tages (24.05.2022): Die NASA-Raumsonde InSight fotografiert den Sonnenuntergang
24. Mai 2022 – Der Sonnenuntergang auf dem Mars erscheint weniger bunt als auf der Erde. © NASA / JPL-Caltech
Das heutige Bild des Mars stammt von der InSight Instrument Deployment Camera (IDC) der NASA. Diese stationäre Sonde fing am 25. April 2019 den Sonnenuntergang auf dem Roten Planeten ein. Der Hauptzweck der Landung bestand bis vor kurzem darin, die seismische Aktivität auf dem Marsboden zu untersuchen. Allerdings wird es auf dem Mars nie einen Abendhimmel geben, der so schön ist wie auf dem heutigen Marsbild.
Die bereitgestellten Rohdaten wurden erst anschließend auf der Erde verarbeitet. So erhält der fotografierte Sonnenuntergang das verblassende orangefarbene Licht, wie es das „irdische“ Auge hier auf der Erde gewohnt ist. Auf dem Mars würde dieser Sonnenuntergang jedoch wie ein viel kälteres, blaueres Licht aussehen.
Dass Teile des Solarpanels des Schreckens zu sehen sind, liegt auch daran, dass das Bild künstlich beleuchtet wurde. Bei echter Rohaufnahme ist InSight nicht mehr zu erkennen.
Bild vom Tag des Mars (23.05.2022): Neugierige Grüße von der Namib-Düne
23.05.2022: Inmitten des Kraters Gale liegt eine Wüstenlandschaft mit hohen Sanddünen. © NASA/JPL-Caltech/MSSS
Auch Mars-Rover machen hin und wieder Selfies. Die interplanetare Grußkarte sieht nicht nur schön aus, sie zeigt den Wissenschaftlern auch den Zustand des Fahrzeugs. Das heutige Marsbild zeigt den Rover Curiosity bei seinem Vorstoß in den Krater Gale.
Der Sand großer Stürme sammelt sich in den Kratern des Mars, wodurch sich in diesen Regionen Dünen bilden. Innerhalb des Gale-Kraters wuchsen mit der Zeit auch die sogenannten Bagnold-Dünen, die sich als 35 Kilometer langer Streifen über den Kraterboden ziehen. Manchmal können Dünen mehrere Fuß hoch sein und sich etwa einen Meter pro Jahr bewegen, wie Luftbilder der NASA zeigen.
Neugier untersuchte die Namib-Düne, die in diesem Bild als graues Stück Sand identifiziert wurde. Die Düne hat ihren Namen von den ikonischen Sandbergen der gleichnamigen Namib-Wüste an der Westküste Afrikas.
Die Annäherung an diese Dünen ist mit hohen Risiken verbunden. Die Spuren auf den Rädern des Rovers zeigen, wie fein der Sand ist. Sandproben sollen Forschern Aufschluss über die Zusammensetzung der Dünen geben.
Bild vom Tag des Mars (19.05.2022): Staub auf InSight-Solarmodulen
19.05.2022: InSight-Landesolarzellen sind mit Staub bedeckt. © NASA / JPL-Caltech
Auf dem Mars herrschen widrige Bedingungen. Unser Nachbarplanet kann mitunter große Temperaturunterschiede aufweisen. Nachts sinkt das Thermometer auch mal auf 100 Grad unter Null, tagsüber kann es frühlingshaft heiß werden. Globale Stürme können in unregelmäßigen Abständen auftreten, um das Kalt-Warm-Gefälle auszugleichen. Für die NASA sind diese Umstände eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.
Ein anderer Faktor wiegt jedoch viel mehr. Denn menschengemachte Technik auf dem Roten Planeten ist vor allem durch eines gefährdet: Staub. Aufgrund der immensen Trockenheit des Planeten setzen sich überall winzige Partikel ab. Da in der Marsatmosphäre keine Feuchtigkeit zu sehen ist, sind diese Staubkörner elektrostatisch aufgeladen und haften an allen Oberflächen. Wenn die Rover und andere technische Instrumente nicht gut abgedichtet sind, können Kurzschlüsse auftreten oder die Solarpanels abgedeckt werden.
Dieses Schicksal ereilte die erschreckende NASA InSight. Das Mars-Raumschiff könnte vom Aussterben bedroht sein, weil die Forschung schrumpft. Das stationäre Instrument sammelt seit 2018 Daten zur seismischen Aktivität. Um seine Aufgabe erfüllen zu können, verfügt der Lander über zwei Solarpanels mit jeweils mehr als zwei Metern Durchmesser.
Wie das heutige Marsbild zeigt, sind diese Platten mit feinem Staub bedeckt. Dadurch erhält der Rover immer weniger Strom. NASA-Ingenieure haben nun die folgenschwere Entscheidung getroffen, den Roboterarm, der auf dem Schrecken (oben im Bild) montiert ist, in den Schlafmodus zu versetzen. Bis vor kurzem hatte dies Staub aus dem Sonnensystem InSight entfernt.
Bild von Mars des Tages (18.05.2022): Opportunity Landing Site in Eagle Crater
18.05.2022: Der Eagle-Krater auf dem Meridiani Planum ist der Landeplatz für den Mars-Opportunity-Rover. © NASA/JPL-Caltech/Cornell
Punktlandung! Im Jahr 2004 landete der Rover Mars Opportunity auf dem Plateau Meridiani Planum. Der von einem Fallschirm gebremste Rover segelte direkt in den 22 Meter breiten Eagle-Krater. Mit einer Tiefe von fast einem Meter stellten die Ränder des Kraters kein besonderes Hindernis für den Rover dar. Das von der NASA veröffentlichte Panoramabild bestand aus mehr als 550 Bildern und soll die realen Bedingungen der Sichtbarmachung des Roten Planeten zeigen.
Der Krater ist nach dem Apollo-11-Raumschiff „Eagle“ benannt und befindet sich in einer vielversprechenden Lage. Wissenschaftler vermuten, dass Meridiani Planum einst der Grund eines Ozeans statt eines Plateaus war. Frühe Gelegenheitsmessungen direkt am Landeplatz stützen diese Hypothese.
Die Gassen an der Kraterspitze zeugen davon, dass die hellen Gesteinsablagerungen für Forscher von besonderem Interesse waren. Studien speziell zu diesen Ablagerungen deuteten darauf hin, dass auf Krater 1 ein saurer und salzhaltiger Ozean existiert haben könnte. Eine weitere Etappe führte Opportunity zum Endurance-Krater, wo das gesammelte Wissen dokumentiert wird …