Die Entwickler des beliebten Smartphone-Spiels „Pokémon Go“, Niantic, starten ein eigenes soziales Netzwerk für Nutzer ihrer Apps. Mit „Campfire“ können Spieler unter anderem ihre Position auf der Karte anzeigen und sich zu Events versammeln. Während der Dienst zunächst für von Niantic entwickelte Spiele verfügbar sein wird, profitieren später auch Entwickler, die ihre Anwendungen auf der Niantic-Technologieplattform aufbauen.
Das 2016 eingeführte „Pokémon Go“, bei dem Spieler kleine animierte Monster mit ihren Smartphones jagen, beflügelte den Boom von Apps, die digitale Inhalte in reale Bildschirmumgebungen integrieren. Das nennt man „Augmented Reality“ (AR). Niantic nutzt die Technologie auch für andere lizenzierte Spiele namens „Harry Potter“, aber etwa zweieinhalb Jahre nach seiner Einführung wurde „Wizard Unite“ Anfang dieses Jahres eingestellt.
Niantic-CEO John Hanke sieht Technologie als Alternative zum Konzept einer virtuellen „Metavers“-Welt von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. „Wir wollen Technologie nutzen, um der Welt etwas Magie zu verleihen“, sagte Hanke am Dienstag. „Wir wollen uns nicht in die Quere kommen. Die Welt ist ein wunderschöner Ort.“ Hanke erwartet, dass eine AR-Brille digitale Inhalte direkt in das Sichtfeld des Nutzers einblendet.
VPS genauer als GPS, weil visuell
Niantic erweitert seine interne AR-Technologie um die Fähigkeit, die Position eines Benutzers an einem Ort auf einen Zentimeter genau zu bestimmen, teilte Niantic am Dienstag mit. Möglich wird dies durch Scans der Umgebung und 3D-Modelle, sodass die Kamera erkennen kann, wo sich das Smartphone gerade befindet. Niantic fordert seine Spieler seit langem auf, bestimmte Orte aufzunehmen und Bilder einzureichen.
Mit einer Technologie namens „Lightship VPS“ (Visual Positioning System) müssen sich die gezeigten digitalen Objekte genauer in die Umgebung einfügen und mit ihr interagieren. Auch in Multi-User-Anwendungen können virtuelle Objekte an genau derselben Stelle angezeigt werden. Die Funktion ist zunächst an mehr als 30.000 öffentlichen Orten in Städten wie San Francisco, Los Angeles, New York, Seattle, London und Tokio verfügbar und soll bis Ende des Jahres auf mehr als 100 Städte weltweit ausgeweitet werden. (mit dpa-Material) /
(fds)
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