Marktbericht
Stand: 31.05.2022 09:39 Uhr
Der Ölpreisanstieg aufgrund des Ölembargos und die anhaltende Inflationssorge haben die positive Phase an den Aktienmärkten vorerst beendet. Der DAX fällt wieder unter 14.500 Punkte.
Der Leitindex verlor in den ersten Trades mehr als ein halbes Prozent und fiel bis auf 14.465 Punkte. Der DAX hatte seit dem 9. Mai rund neun Prozent zugelegt. Zwar stünde nun eine Konsolidierung bevor, habe aber den Abwärtstrend seit Januar verlassen, sagte Marktexperte Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel.
„Nach dem starken Sprint der letzten drei Handelstage geht dem DAX heute die Puste aus“, sagte Jochen Stanzl, Chief Market Analyst bei CMC Markets. “Außerdem fehlen die Angaben von New York, wo die Wall Street gestern wegen der Memorial-Day-Party geschlossen war.”
Weitere Inflationsdaten werden erwartet
Gestern stieg der DAX um fast ein Prozent auf 14.575,98 Punkte. „Die Wiedereröffnung der chinesischen Wirtschaftszentren und Anzeichen, dass die US-Notenbank die Zinsen langsamer anheben wird, heben zumindest kurzfristig die Stimmung“, erklärte der Marktexperte des Maklerhauses Russ Mold AJ Bell.
Angesichts der am Montag veröffentlichten deutschen Inflationsdaten bleibt jedoch die Angst vor einer starken Aktienmarktinflation bestehen. Die Inflationsrate in der Eurozone ist heute. Helaba-Marktbeobachter schreiben in ihrem Tageskommentar, dass die Spekulationen über steigende Zinsen wieder zugenommen haben. “Ein aggressives Vorgehen der EZB ist keineswegs sicher, aber das Risiko bleibt.”
Rückenwind aus China
Der chinesische Aktienmarkt legte dagegen zu. Der chinesische Einkaufsmanagerindex (PMI), der die Stimmung in den Vorstandsetagen chinesischer Unternehmen misst, stieg im Mai von 47,4 Punkten im Vormonat auf 49,6 Punkte. Damit fiel der Anstieg etwas stärker aus als von Experten erwartet. Außerdem soll die Haft in Shanghai nach etwa zwei Monaten enden. Die Shanghai Stock Exchange gewann 1 Prozent, der Index der großen Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 1,5 Prozent.
In Japan hingegen verlor der Nikkei 0,3 Prozent auf 27.279 Punkte. Der breitere Topix fiel um 0,5 Prozent. Die japanische Industrieproduktion ging im April zum ersten Mal seit drei Monaten aufgrund von Ausgangsbeschränkungen in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai und Lieferkettenproblemen zurück.
Wirtschaftsupdate vom 31.05.2022
Stefan Wolff, Personal, 31.5.2022 · 09:54
Das Embargo erhöht den Ölpreis
Auch die wieder gestiegenen Ölpreise wirken sich negativ auf die Märkte aus. Heute sind zwei Monate vergangen, seit sie auf ihrem höchsten Niveau sind. Als Preismotor wirkt die Aussicht auf eine Reduzierung des russischen Angebots infolge neuer EU-Sanktionen wegen des Ukrainekriegs.
Die EU-Staaten haben sich beim geplanten Ölembargo gegen Russland auf einen Kompromiss geeinigt. Auf Drängen Ungarns sollen vorerst nur die Lieferungen von russischem Öl auf dem Seeweg gestoppt werden. Pipelinetransporte sind vorerst weiterhin möglich.
Vitesco und Infineon kooperieren
Der Automobilzulieferer Vitesco stärkt sein Elektromobilitätsgeschäft in Kooperation mit dem Halbleiterhersteller Infineon. Dabei handelt es sich um Siliziumkarbid-Leistungshalbleiter, teilte Vitesco in Regensburg mit. Diese Halbleiter leisteten einen wichtigen Beitrag zum Wirkungsgrad der Elektronik bis 800 Volt und erhöhten damit die Reichweite von Elektrofahrzeugen. Die finanziellen Details der Zusammenarbeit wurden nicht genannt.
Foxconn erwartet eine Verbesserung der Lieferketten
Der Apple-Anbieter Foxconn erwartet, dass die Lieferkettenprobleme in der zweiten Jahreshälfte abnehmen werden. „Wir sind ziemlich zuversichtlich in Bezug auf die Stabilität unserer Lieferkette für die zweite Jahreshälfte“, sagte Liu Young-way, CEO von Foxconn. Foxconn strebt an, der erste Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV) zu werden, „dem die Materialversorgung nicht ausgeht“, sagte Liu und verwies auf den weltweiten Mangel an Halbleitern. Das taiwanesische Unternehmen strebt an, bis Ende 2025 etwa 5 Prozent des globalen Elektrofahrzeugmarktes zu erobern, und erwartet, seine Kapazität zur Herstellung von EV-Chips zu erhöhen.
Lanxess erwirbt mit Advent die niederländische Sparte DSM
Der Spezialchemiekonzern Lanxess verantwortet gemeinsam mit dem Finanzinvestor Advent das Kunststoffgeschäft des niederländischen Chemiekonzerns DSM für rund 3,7 Milliarden Euro. Diese wird in ein neues Joint Venture eingebracht, an dem Advent mindestens 60 Prozent und Lanxess bis zu 40 Prozent halten wird, wie der Kölner Konzern mitteilte. Lanxess wird auch sein Geschäft mit Hochleistungspolymeren, die hauptsächlich in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen, in das Joint Venture einbringen und erhält dafür eine Zahlung in Höhe von mindestens …