In der südlichen Region um Cherson scheint die Ukraine wieder Erfolge verbuchen zu können. Kiew meldete am Samstag die Zerstörung einer Eisenbahnbrücke über den Fluss Dnipro, die den Nachschub russischer Truppen behinderte. Außerdem wurden mehr als 100 russische Soldaten getötet und zwei Munitionsdepots und sieben Panzer zerstört. Auch der britische Geheimdienst sieht russische Truppen in der Region zunehmend unter Druck.
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Saskia Etschmaier (Text), Rafaela Steckbauer (Bild), Florian Zischka (Video), Harald Lenzer (Redaktion), ORF.at/Agentur
Wegen der Schäden an der Brücke drohe den russischen Truppen in Cherson der Nachschub, hieß es am Vortag aus London. Mit Pontonbrücken und einem Fährsystem versuchte man die Versorgung zu sichern.
GB: Referenden werden vorbereitet
Nach britischen Einschätzungen stehen die von Russland eingesetzten Behörden in den besetzten Gebieten der Südukraine zunehmend unter Druck, die Kontrolle über die Region zu festigen. Seine Aufgabe sei es, das ganze Jahr über Referenden über den Beitritt zu Russland vorzubereiten, sagte er. Die russlandtreuen Verwalter würden die Bevölkerung wohl dazu zwingen, persönliche Daten preiszugeben, um Wählerverzeichnisse zu erstellen.
Zur Lage in der Ostukraine teilte das britische Ministerium mit, ukrainischen Truppen sei es offenbar gelungen, kleinere Vorstöße russischer Streitkräfte an der Front nahe der Stadt Donezk abzuwehren.
Der ehemalige CIA-Chef hält einen Sieg in Kiew für möglich
Auch der frühere US-CIA-Chef David Petraeus sieht Russland unter Druck. Er hält die Chancen der Ukraine, den Krieg gegen Russland zu gewinnen, für hoch.
Es scheine “immer wahrscheinlicher zu werden, dass die ukrainischen Streitkräfte einen Großteil, wenn nicht sogar alle Gebiete zurückerobern können, die in den vergangenen Monaten von russischen Streitkräften besetzt wurden”, sagte Petraeus der “Bild”-Zeitung. Andererseits hält er einen militärischen Erfolg Russlands für „höchst unwahrscheinlich“.
Das Warten auf Getreideexporte geht weiter
Unterdessen geht das Warten auf den Startschuss für die ersten Getreideexporte ins Schwarze Meer weiter. 17 Schiffe mit fast 600.000 Tonnen Getreide an Bord stehen nach Angaben des Präsidialamtes zur Abfahrt bereit. Wir warten noch auf die Startsignale aus der Türkei und den Vereinten Nationen (UN), Lieferungen aus der Ukraine könnten heute beginnen, sagte Zelenskyj nach einem Besuch im Schwarzmeerhafen Tschornomorsk.
Angriff auf verurteilte Kriegsgefangene
Selenskyj hat kürzlich die Tötung von Dutzenden Kriegsgefangenen in einem Lager in der Region Donezk durch eine Explosion verurteilt und Russland dafür verantwortlich gemacht. „Dies ist eine weitere Bestätigung, dass Russland ein terroristischer Staat ist“, sagte Selenskyj gestern Abend auf Telegram. Er forderte die Anerkennung und den Schutz von Kriegsgefangenen. Russland wiederum machte die Ukraine für den Angriff verantwortlich.
Was braucht es für den Frieden in der Ukraine?
Monate nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine geht der Krieg mit unverminderter Härte weiter. Eine Friedenslösung am Verhandlungstisch scheint noch weit entfernt. Was kann Europa tun, um den Konflikt zu beenden? Welche Rolle spielen westliche Waffenlieferungen? Wie wirksam sind EU-Sanktionen gegen Russland? Was ist für den Frieden notwendig?
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