Mittagessen am 1. August – Die “Buurezmorge” boomt wieder

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Ein „Buurezmorge“ am 1. August: Das ist für viele Menschen in der Schweiz Tradition. Viele Weingüter sind dieses Jahr voll, obwohl sie die Zahl der Plätze erhöht haben. So auch auf dem Bauernhof der Familie Mühlemann in Heiligenschwendi bei Thun, wo die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen.

Autorin: Denise Joder-Schmutz

In der Küche knetet eine Maschine den Brotteig. Und ein Assistent rührt in einem großen Topf mit frischer Milch. Sie wird pasteurisiert, erklärt Bäuerin Annelis Mühlemann: „Wir erhitzen die Milch auf 75 Grad und kühlen sie dann so schnell wie möglich wieder ab.“

Dann will der Helfer die Milch zu Joghurt verarbeiten. Sie hatten nicht genug. „Weil wir jetzt mehr Gäste haben, als wir dachten, machen wir noch ein bisschen mehr“, erklärt die Bäuerin.

Legende: Annelis Mühlemann kann am 1. August 450 Personen zum Mittagessen bewirten. SRF / Denise Fick Dreck

Annelis Mühlemann und ihr Mann konnten in den letzten Tagen rund 100 zusätzliche Anmeldungen entgegennehmen. Denn die Wettervorhersage für den 1. August ist gut. So kann Familie Mühlemann noch ein paar Tische draußen vor dem Bauernhaus aufstellen. Da das Bauernehepaar auch andere Veranstaltungen auf dem Hof ​​ausrichtet, wie z. B. Hochzeitsfeiern, hat es genügend Tische, Sitzgelegenheiten und Kühlboxen.

Vor dem Bauernhaus Heiligenschwendi auf fast 1000 Metern über Meer, mit Blick auf die Berge und die Stadt Thun, klettert ein Helfer auf eine Leiter und spannt Plastikplanen zwischen den Apfelbäumen, damit genügend Schatten für die festen Sitzbänke vorhanden ist. .

Legende: Unter den Apfelbäumen können die Gäste ein deftiges Bauernfrühstück genießen. SRF / Denise Fick Dreck

Am 1. August begrüßten Annelis, ihr Mann und 45 Helfer 450 Gäste zwischen den Bäumen und auf der alten Heubühne. Mehr würde es nicht geben. Deshalb habe sie viele Anfragen ablehnen müssen, sagt Annelis Mühlemann. „Die Nachfrage ist extrem. Wir hätten ohne Zweifel zwischen 500 und 600 Leute bewirten können, wenn wir alle Anrufer berücksichtigt hätten“, bedauert der Bauer.

Brunch hat auf dem Heiligenschwendi-Hof eine lange Tradition. Die Eltern von Annelis gehörten zu den Bauern, die vor 30 Jahren erstmals das reichhaltige Frühstück anboten. Seitdem wirbt der Bauernverband jedes Jahr für die Brotzeit.

Die Nachfrage überstieg das Angebot bei weitem

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In diesem Jahr nehmen 280 Betriebe teil. Vor der Pandemie waren es aber noch viel mehr: 350. Der Bauernverband begründet das damit, dass viele Betriebe abwarten wollten, wie sich die Corona-Situation in diesem Jahr entwickelt. Die Höfe, die eigentlich Gäste empfangen, sind daher gut gebucht.

150’000 Personen konnten schweizweit an einem Bauernfrühstück Platz nehmen. Aber die Nachfrage wäre größer gewesen.

Annelis Mühlemann kann gut verstehen, dass man sich nach der Pandemie zweimal überlegt, ob man das Ereignis feiern will oder nicht. „Ja, natürlich muss man Partygeschirr, Kühlschränke und Equipment mieten, und wenn man keine eigenen Produkte zum Recyceln hat, würde ich das auch nicht machen“, betont er.

Aber auch das Drumherum zählt!

Denn das Event gibt schon einiges her. Außerdem ist es weniger rentabel als beispielsweise die Hochzeitsfeiern, die sie auf dem Bauernhof anbieten. Bei einem Hochzeitsessen ist der Aufwand geringer, aber die Rendite größer. Denn die Menschen konsumieren mehr und das Essen kostet pro Person rund 50 Franken statt nur 26 wie das ausgiebige Frühstück.

Bildunterschrift: Die jährliche Aktion des Bauernverbandes ist nicht unbedingt rentabel. Aber es ist auch eine wichtige Marketingchance. SRF / Denise Fick Dreck

Aber beim Familienessen auf dem Bauernhof geht es nicht nur ums Geld. „Noch ist die Wirtschaftlichkeit schwer zu kalkulieren“, erklärt der Landwirt. Finanziell, wenn man sich nur die Zahlen anschaut, ist es nicht die beste Zeit. “Aber auch alles drumherum zählt!”

Es sei auch ein wichtiges Marketing-Event, zum Beispiel für den Hofladen und für die gesamte Branche, sagt der Landwirt. So ist der Brunch nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Bauernfamilie und Helfer jedes Jahr ein schönes Fest.

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